Region: Ruhige Nacht nach „Burglind”: Wetterdienst gibt Entwarnung

Region : Ruhige Nacht nach „Burglind”: Wetterdienst gibt Entwarnung

„Burglind” hat sich ausgetobt: Auf den stürmischen Mittwoch folgte eine vergleichsweise ruhige Nacht. Vereinzelt meldeten Polizeistellen am Donnerstag noch umgeknickte Bäume, die Straßen blockierten - dabei blieb es aber. „Die Lage hat sich wieder beruhigt”, sagte Polizeisprecher Andreas Müller von der Polizei der Städteregion Aachen am Donnerstagvormittag. Nun droht allerdings Hochwasser.

Auch bei der Polizei in Düren ist das Thema Sturm abgehakt. „Wir haben Donnerstagabend um 21 Uhr aufgehört zu zählen”, sagte Pressesprecherin Ingrid Königs. Im Kreis Düren waren bis dahin 78 sturmbedingte Einsätze zu verzeichnen, die meisten Fälle liefen glimpflich ab. Nur bei einem Autounfall aufgrund einer ausgefallenen Ampel in Düren wurde eine Person leicht verletzt. In der Städteregion Aachen gab es 250 Einsätze.

An vielen Orten in Deutschland meldeten die Feuerwehren Hochwasser, so wie hier in Hannover. Foto: dpa

Am Mittwochabend hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) dann die Unwetterwarnungen vor Orkan und orkanartigen Böen vorerst aufgehoben. Es könne aber noch Sturmböen geben, sagte ein DWD-Meteorologe.

Außerdem mussten sich viele Regionen weiterhin auf anhaltenden Regen und Tauwetter einstellen. In mehreren Bundesländern rechnete die Feuerwehr noch mit steigenden Pegelständen der Flüsse, so etwa am Rhein.

In Köln blieb die Lage für Anwohner und Schifffahrt am Donnerstag angespannt. Der Rheinpegel stand in der Domstadt am Morgen bei etwa 6,80 Metern - und damit gut 60 Zentimeter über der Hochwassermarke I, bei der Schiffe auf der 50 Kilometer langen Strecke zwischen Mondorf und Dormagen ihre Geschwindigkeit drosseln und immer per Funk für Anweisungen erreichbar sein müssen. Im Laufe des Tages könnte der Wasserstand sieben Meter erreichen, am Samstag laut Meldezentrum knapp acht Meter. Bei einem Pegelstand über 8,30 Metern in Köln müsste der Schiffsverkehr komplett gestoppt werden.

Am Mittwoch waren die ersten Straßen am Rheinufer überschwemmt worden. Im Kölner Süden errichteten Einsatzkräfte Schutzwände, um das Wasser etwa aus dem Stadtteil Rodenkirchen herauszuhalten. Ab Freitag will die Stadt das weitere Vorgehen in ihrer „Großen Hochwasserschutzzentrale” koordinieren.

Auch anderswo in Deutschland berichteten Polizeistellen vereinzelt von überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. In niedersächsischen Bad Salzdetfurth (Landkreis Hildesheim) etwa hatte es laut Polizei am Abend Überflutungen gegeben.

Wegen Sturmtief „Burglind” waren Feuerwehren in vielen Teilen Deutschlands am Mittwoch im Dauereinsatz gewesen. Straßen waren blockiert und der Regional- und Fernverkehr der Bahn gestört. Auch in Belgien, der Schweiz und den Niederlanden hatte „Burglind” für Schäden und Behinderungen gesorgt.

In Frankreich sind 35.000 Haushalte im Norden und Nordosten des Landes in der Nacht ohne Strom geblieben, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. Am Mittwoch waren zeitweise 225.000 Haushalte vom Netz abgeschnitten. Bei dem Sturm, der in Frankreich „Eleanor” heißt, war ein 21-jähriger Urlauber getötet worden, als er in einem Ski-Ort in den französischen Alpen von einem umstürzenden Baum getroffen wurde.

(dpa/red)
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