Aachen: Rücktritt des Aachener Bischofs wegen Missbrauchsskandal gefordert

Aachen: Rücktritt des Aachener Bischofs wegen Missbrauchsskandal gefordert

Den Rücktritt von Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff hat die bundesweite „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch” gefordert. Der Vorsitzende der Initiative, Johannes Heibel, wirft Mussinghoff vor, er verantworte, dass mutmaßliche Opfer von pädophilen Priestern „nicht in angemessener Weise” angehört und betreut würden.

Einer der engsten Mitarbeiter des Bischofs, der Hauptabteilungsleiter Pastoralpersonal des Bistums, habe ein mutmaßliches Opfer von Pfarrer Georg K., dem in Südafrika wegen der Verdachts auf Kindesmissbrauch der Prozess gemacht wird, weitgehend ignoriert. Der Willicher Pfarrer Georg K. arbeitete bis 2007 in Tönisforst, Kempen und Lobberich. Mehrere mutmaßliche Opfer werfen dem Geistlichen seit einigen Monaten vor, sie über Jahre hinweg missbraucht zu haben. Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der Fall ist nicht neu. Er betrifft einen heute 19-Jährigen. Als Zwölfjähriger, so berichtete das Opfer, „hat Georg K. mich ins Pfarrhaus getragen, ins Bett gelegt. Erst hat er mich, dann sich komplett ausgezogen, sich auf mich gelegt und missbraucht.” Heibel schildert, dass zudem Videos und Fotos von sexuellen Handlungen angefertigt worden seien. Die Beschuldigungen und Zeugenaussagen, von denen die Elterninitiative Tonbandaufzeichnungen machte, habe man der Krefelder Staatsanwaltschaft überreicht. „Vorher ist niemand aktiv geworden - weder Krefelder Justiz noch Kirche, obwohl der Vater des Opfers schon am 8. Januar dieses Jahres den Chef des pastoralen Personals in Aachen telefonisch informiert hatte”, kritisierte Heibel.

Für dieses Fehlverhalten trage Bischof Mussinghoff die Verantwortung. „Er hat sich nicht darum gekümmert. Darum muss er die Konsequenzen ziehen und gehen”, sagte Heibel. Das Bistum Aachen war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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