Aachen: Roncalli: Lachen, staunen und auch träumen

Aachen: Roncalli: Lachen, staunen und auch träumen

Beim Betreten der Manege macht David Larible einen eher unscheinbaren Eindruck. Kein Riese von Statur, gelocktes Haar, roter Kittel, einen Besen in der Hand: Auch die Rolle des Requisiteurs würde ihm der Zirkusbesucher ohne Weiteres abnehmen.

Aber kaum in die Hose des „Dummen August” gesprungen und eine rote Nase ins Gesicht gezaubert, blinzelt der Schalk in den Augen des Italieners, kommt sein preisgekröntes komödiantisches Talent in jeder Mimik und Gestik zum Vorschein.

Ob als Amor, Wasserspucker oder Opernregisseur: Larible ist zweifelsohne der Star im Jubiläumsprogramm „35 Jahre Circus Roncalli” im Chapiteau auf dem Bendplatz, der von der ersten bis zur letzten Minute scheinbar mühelos die Lachmuskeln der Besucher animiert; mal an der Seite des poetischen Weißclowns „Gensi”, in Interaktion mit dem Publikum aus den ersten Reihen, aber auch im Zusammenspiel mit jungen Nachwuchsartisten, unter ihnen die Töchter von Roncalli-Chef Bernhard Paul.

Rasanter Wechsel

Der Clown steht bei Roncalli traditionell im Mittelpunkt der Manegeninszenierung, auch wenn die im Jubiläumsprogramm ein bisschen weniger poetisch als in früheren Jahren ausfällt. Immer wieder sind Tempo und Akrobatik angesagt, beispielsweise wenn zu Beginn Florian Richter vom ungarischen Nationalzirkus mit seiner Frau Edith unter den Augen des fachkundigen Aachener Reitpublikums Araber- und Friesenhengste durch das Zirkusrund dirigiert und stehend auf den Rücken der Tiere die „Ungarische Post” abliefert.

Es sind Momente wie diese, die Roncalli einzigartig erscheinen lassen; auch weil es Bernhard Paul wieder einmal gelungen ist, Nostalgisches und Extravagantes ins Programm einzubauen. Da ist zum Beispiel der Brasilianer Fabricio Nogueira, der mit einem Fahrrad in der Zeltkuppel zum Steilwandfahrer wird, oder der in Spagatschritten gehende Russe Andrey Romanovsky, der seinen Körper durch einen meterhohen Kamin zu zwängen versteht.

Der Zirkus Roncalli gastiert noch bis zum 19. Juni auf dem Bendplatz in Aachen. Vorstellungen finden dienstags bis samstags um 20 Uhr, mittwochs, donnerstags und samstags auch um 15 Uhr, sonn- und feiertags um 14 und 18 Uhr statt. Karten gibt es in allen Geschäftsstellen der Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten, 01805/224522.

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