Nettersheim: Römisches Ensemble entdeckt: Tempel, Friedhof, Stadt

Nettersheim: Römisches Ensemble entdeckt: Tempel, Friedhof, Stadt

In der Eifel haben Archäologen in der Nähe eines bereits bekannten römischen Heiligtums eine „Gräberstraße” und eine Ansiedlung neu entdeckt.

Dieses fußläufig zueinander liegende Ensemble sei herausragend, sagte der Projektleiter der Untersuchung in Nettersheim (Kreis Euskirchen), Salvatore Ortisi, am Mittwoch. Die Wissenschaftler machten ihre Entdeckungen mit einer Magnetik-Messung von der Erdoberfläche aus. Da nach den Römern nie mehr jemand an diesen Stellen gebaut habe, seien die Funde wahrscheinlich gut erhalten. Die Archäologen wollen zumindest einen Teil freilegen.

Die neuen Funde stehen im Zusammenhang mit dem sichtbaren Matronenheiligtum „Tempelbezirk Görresburg” auf dem Hügel. An der zu Tal führenden Straße mit Gräberfeldern gebe es wahrscheinlich eindrucksvolle Grabdenkmäler und im Tal liege die Siedlung, sagte Ortisi, der an der Universität Köln arbeitet. In dieser Konzentration sei das eine Ausnahme.

An den neuen Fundstellen hat es noch keine archäologischen Grabungen gegeben. Mit einer sogenannten Magnetik-Messung stellten Archäologen Veränderungen in der Magnetisierung des Bodens fest und schlossen daraus auf archäologische Funde.

„Aus unserer heutigen Sicht war es ein Dörflein oder maximal ein Dorf. Aber aus damaliger Sicht war es mindestens eine kleine Stadt”, sagte Ortisi. Es wäre „höchst interessant”, größere Flächen auszugraben, um das komplexe Miteinander von bäuerlichem Umland, kleiner Stadt, Handwerk und Bergbau zu untersuchen. Denn es gebe Indizien für die Verhüttung von Eisenerz in Nettersheim. Das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege unterstütze dieses Anliegen.

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