Justizforum am 26. Juni: Risiken und Chancen im Ehrenamt

Justizforum am 26. Juni : Risiken und Chancen im Ehrenamt

14,87 Millionen Menschen sind in Deutschland in der Ausübung eines Ehrenamtes registriert. Experten schätzen sogar, dass sich etwa jeder dritte Bürger ehrenamtlich engagiert, manche sogar in mehreren Bereichen.

Umso dringlicher sind Fragen wie diese, worauf unser aktuelles Justizforum „Das Ehrenamt im Fokus“ am Mittwoch, 26. Juni, 18 Uhr, im Justizzentrum Antworten geben wird: Welche Folgen treten ein, wenn ich während meiner ehrenamtlichen Tätigkeit einen Unfall erleide? Muss ich meine Aufwandsentschädigung versteuern? Verliere ich mein Häuschen, wenn ich als Vereinsvorstand einen Fehler mache? Experten berichten aus erster Hand. Die Teilnahme für Interessierte ist kostenlos.

Ehrenamt bedeutet, Tatkraft und Zeit für andere aufzuwenden, ohne dadurch einen finanziellen Vorteil zu erlangen. Die Motive für dieses Engagement sind sehr unterschiedlich, entspringen aber überwiegend dem Wunsch, für den Einzelnen oder die Allgemeinheit etwas zu verändern oder zu verbessern – allein jeder vierte Ehrenamtler engagiert sich übrigens für Kinder oder Jugendliche. Vielfach gilt dies in Sportvereinen.

Ein Ehrenamt kann schon mit geringem zeitlichem Umfang ausgeübt werden, etwa als einmaliger Wahlhelfer oder morgendlicher Schülerlotse. Manchmal bedeutet Ehrenamt aber auch eine Verpflichtung rund um die Uhr wie zum Beispiel bei pflegenden Angehörigen. Auch hindert geringes oder hohes Alter grundsätzlich nicht an der Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeit. Schon Kinder engagieren sich im Naturschutz oder als Schulsanitäter. Ältere Menschen, mitunter oft gar immobil, können als Vorlesepaten Kindern die literarischen Fantasiewelten öffnen oder ihnen als „Leih-Oma“ oder „Leih-Opa“ Zeit und Aufmerksamkeit schenken.

Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Vorteile immens. Ohne Menschen, die mit ihrem Beitrag anderen helfen und das Gemeinwesen stärken, wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer.

Das ist auch den Entscheidungsträgern in den Kommunen bewusst. Deshalb bieten sie neben den gesetzlich verankerten Vorteilen und Rechten weitere Anreize, um ehrenamtliches Engagement im jeweiligen Aufgabenbereich zu fördern und zu fordern. So zollen zum Beispiel viele Kommunen in der Region auf Antrag für mindestens fünf Jahre andauernde, ehrenamtliche Tätigkeit Anerkennung durch Ausstellung eines Ehrenamtspasses. Dieser bietet seinem Inhaber Vergünstigungen für Freizeit- und Kulturangebote der Stadt sowie in ausgewählten Geschäften und Institutionen. Eine Liste aller Kommunen findet sich im Internet unter http://www.ehrensache.nrw.de.

Doch auch der Ehrenamtsträger selbst kann ganz persönlich von seinem Einsatz profitieren. Neben der sozialen Vernetzung in Vereinen und Hilfsorganisationen können Schlüsselkompetenzen erworben oder vertieft werden. Garantiert ist in jedem Fall das gute Gefühl, etwas Richtiges und Wichtiges getan zu haben. Ehrensache. Vorab schon einmal die Antworten auf drei wichtige Fragen:

Welche Folgen treten ein, wenn ich während meiner ehrenamtlichen Tätigkeit einen Unfall erleide?

 Für Ihre Tätigkeit im Interesse der Allgemeinheit genießen Ehrenamtliche den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dieser greift bei der Ausübung des Ehrenamtes und auf dem Weg dahin. Danach, zum Beispiel bei einem Umtrunk nach erfolgreicher Auszählung von Wahlumschlägen greift dieser Schutz nicht mehr. Hier kann private Vorsorge ratsam sein.

Muss ich meine Aufwandsentschädigung versteuern?

Um die Aufwendungen, die mit einem Ehrenamt einhergehen, ein wenig zu kompensieren, gibt es im Steuerrecht die sog. Ehrenamtspauschale. Bis zu 720 Euro im Jahr können dem Ehrenamtlichen steuerfrei zufließen. Alles, was er darüber hinaus, löst Steuerpflicht aus und ist sozialabgabenpflichtig.

Verliere ich mein Häuschen, wenn ich als Vereinsvorstand Fehler mache?

Fehler bei der Verwendung und Angabe von Spenden zum Beispiel bei der Ausstellung von Spendenquittungen oder der Abgabe der Steuererklärung für den Verein sind Pflichtverletzungen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob dem Vorstand diese bekannt waren. Bei vorsätzlichem oder grob fahrlässigem Verhalten haftet er als Organ des Vereins persönlich, notfalls mit seinem gesamten Privatvermögen.

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