Köln: Reste des römischen Statthalterpalastes in Köln entdeckt

Köln: Reste des römischen Statthalterpalastes in Köln entdeckt

Bei Ausgrabungen in Köln sind spätantike Bodenfliesen-Reste des römischen Statthalterpalastes gefunden worden.

Sie stammten aus dem 4. Jahrhundert, sagte Projektleiter Sven Schütte am Donnerstag. Das lasse sich so genau festlegen, weil auch Keramikbruch, römischer Estrich und Ziegelstempel gefunden worden seien. Viel sei leider nicht übrig. Das Mauerwerk der römischen Gebäude sei in den darauffolgenden Epochen für andere Zwecke benutzt worden. „Was nicht in den Ofen wandert, wandert in die Kirchen zur Dekoration”, sagte Schütte. Auch von den zahlreichen Statuen sei nur ein einziges Kaiser-Ohr übrig geblieben.

Bereits in den 50er Jahren waren bei einer Ausgrabung kleine Teile des spätantiken Fußbodens entdeckt worden. Aber erst am Mittwoch seien die Forscher auf ein Stück gestoßen, das groß genug für eine Untersuchung sei, sagte Schütte. Bisher seien etwa vier Quadratmeter freigelegt worden. Der Ansatz der repräsentativen Palastfassade sei aber deutlich zu erkennen. Die Archäologen hoffen noch auf mehr Funde.

Schon seit Jahren legen die Archäologen auf dem Rathausplatz im unmittelbaren Stadtzentrum von Köln das mittelalterliche Judenviertel frei. Diese sogenannte Archäologische Zone soll in den nächsten Jahren für über 50 Millionen Euro zu einem unterirdischen Museum ausgebaut werden. Bis 2015 soll ein 1,6 Kilometer langer Rundgang entstehen.