Aachen: Reiter treffen Orchester in einzigartiger Atmosphäre

Aachen : Reiter treffen Orchester in einzigartiger Atmosphäre

Sie sind die musikalisch-sportlichen Vorboten des internationalen Reitturniers CHIO in Aachen: Sinfonieorchester Aachen und Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV), Veranstalter des Weltfestes des Pferdesports, haben sich wieder ein facettenreiches Programm für das Event „Pferd & Sinfonie“ ausgedacht. Das diesjährige Motto lautet: „Fabelhaft: Märchen, Mythen, Helden“.

Eigentlich war nur der Samstag, 14. Juli, für das Event vorgesehen. „Der war aber schon Weihnachten ausverkauft“, sagt ALRV-Präsident Carl Meulenbergh. Nun nimmt das Orchester unter der Leitung des kommissarischen Generalmusikdirektors Justus Thorau zusätzlich bereits am Freitag, 13. Juli, auf der Tribüne Platz, während im Deutsche Bank Stadion große und kleine Reiter ihr Können beweisen, den Sand mit Kutschen aufwirbeln und zu ausgewählten Musikstücken Dressur und Voltigierkunst vom Feinsten zeigen.

„Ich freue mich da ganz besonders auf Alizée Froment“, gesteht Turnierleiter Frank Kemperman. Die französische Weltklassereiterin, elegant und erfahren, zeigt in ihren Dressuren, wie groß das Vertrauen zwischen Tier und Mensch sein kann — immerhin braucht ihr Pferd kein Zaumzeug, wenn sie hoch komplizierte Figuren reitet und lediglich mit dem Halsring sanfte Kommandos gibt. Eine weitere Besonderheit: Dirigent Thorau selbst wird sich auf die Sandfläche des Stadions wagen — nicht als Reiter, sondern an einem Flügel, den Alizée Froment umrunden will. Aus Kerkrade kommt das erst 13-jährige Violin-Genie Enzo Kok, der in den Niederlanden als Ausnahmetalent gilt.

„Die Musikauswahl ist spannend“, meint der Dirigent. „Manche Reiter schicken uns den Musikwunsch zur Dressur, weil sie dazu auch gearbeitet haben, andere wieder sagen uns nur, was für Stimmungen sie gern hätten.“ Kemperman betont: „Wichtig ist die gute Mischung.“ So gibt es von Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ bis zu Filmmusik des 20. Jahrhunderts ein breites Spektrum.

Das Showteam Farbenfroh mit seinen flotten Ponys aus dem Allgäu ist auf solche Events spezialisiert. Die kleinen Pferde aus eigener Zucht werden ausschließlich von Kindern geritten. Eine freilaufende Araberherde aus dem Gestüt Ismer darf sich im Stadion austoben. Das „Märchen“ im Motto verstärkt das Orchester mit Ausschnitten aus Nikolai Rimski-Korsakows sinfonischer Dichtung „Scheherazade“.

Erfreulich: Das Budget von „Pferd & Sinfonie“ wurde aufgestockt, um eine Kameratechnik einzuführen, die es erlaubt, Nahaufnahmen auf einer Großbildleinwand zu zeigen.

Und die Pferde? „Die sind allerhand gewohnt“, meint Reiterin Bianca Pingel aus dem Team Britta Rasche. „Es ist wichtig, dass sie wissen, woher die Musik kommt. Sie sehen das Orchester, und sie hören es schon draußen auf dem Reitplatz. Das hilft sehr.“

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