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Reisen in Zeiten der Corona-Pandemie

Sicheres Reisen in Corona-Zeiten : Maske auf und ab ins Flugzeug

Reisen in Zeiten der Corona-Pandemie sind allmählich wieder möglich. Jedoch nur durch spezielle Maßnahmen und mit klaren Regeln. Der Flughafen Köln/Bonn bereitet sich auf das „Reisen der Zukunft“ vor.

Maske auf, Abstand halten und ab in den Urlaub? Der Flughafen Köln/Bonn möchte sicheres Verreisen in Coronavirus-Zeiten wieder möglich machen. Noch sind die Gänge im Flughafen fast menschenleer. Nur vereinzelt rollen Koffer über die Böden. Doch das soll sich ändern, wie Flughafen-Chef Johan Vanneste am Mittwoch erklärte: „Wir wollen den Menschen das Vertrauen in das Reisen wieder geben. Dafür haben wir alles so gut wie möglich vorbereitet“.

Überall gelte: Abstand halten, Maske tragen und Nies-Etikette beachten. Das sei „das Reisen der Zukunft“, so Vanneste. Die Reisenden werden zudem regelmäßig über Lautsprecherdurchsagen und Erklärvideos, die über große Bildschirme flackern, an die neuen Regeln erinnert. Neu sei auch, dass bei den Flügen nur noch ein Handgepäck erlaubt sei - egal ob eine kleine Handtasche oder ein Trolley. Das Maximalgewicht von acht Kilo dürfe nach wie vor nicht überschritten werden, so Vanneste.

Viele automatisierte Desinfektionsmittelspender und Bodenmarkierungen, die in deutscher, englischer und türkischer Sprache auf den Mindestabstand hinweisen, waren am Mittwoch im Flughafen zu sehen. Zudem soll der Zutritt zu den Sicherheitskontrollen einzeln erfolgen, Mitarbeiter sollen nach jedem Passagier neue Handschuhe überziehen. Am Gate werde die Bordkarte kontaktlos eingescannt und die Reisenden sollen über die jeweiligen Corona-Regeln des Ziellandes aufgeklärt werden.

Noch seien nicht alle Vorbereitungen abgeschlossen, sagte Vanneste. Bis Mitte Juni soll das noch dauern. Allmählich soll auch der Flughafenbetrieb sukzessiv hochgefahren werden. „Die Buchungen laufen wieder hoch, das gibt uns Vertrauen, dass alles etwas schneller gehen wird“, so Vanneste. Vom Flughafen Köln/Bonn starten derzeit fast ausschließlich Maschinen der Airline Eurowings - den Angaben eines Airline-Sprechers zufolge momentan etwa neun pro Tag. Das sind mehr als von jeder anderen Airline. Im Juni sollen den Angaben zufolge dann 20 Eurowings-Flieger pro Tag starten. Dann könne es aufgrund der neuen Maßnahmen auch zu längeren Wartezeiten kommen.

Die Cafés und Restaurants im Flughafen waren bis auf wenige Ausnahmen am Mittwoch noch dicht. Bei etwa 200 Reisenden pro Tag lohne es nicht, sagte ein Flughafensprecher. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr zur gleichen Zeit seien es etwa 30 000 gewesen. Lisa (26) und Sabine (53) gehören zu den wenigen, die trotz Pandemie reisen. „Normal wie immer“ fühlten sich Mutter und Tochter vor ihrem Flug nach Berlin.

Das Vertrauen in die getroffenen Maßnahmen sei groß. Trotzdem: Einen längeren Flug hätte sie nicht antreten wollen, so Sabine. „Ich hab eh ein Problem damit, lange im Flieger zu sitzen und jetzt die ganze Zeit mit Maske: Das würde ich mir nicht antun.“ Denn die Maskenpflicht gilt nicht nur auf dem Boden, sondern auch in der Luft - zumindest bei den Flügen von Eurowings.

„Die Lust und Sehnsucht nach Reisen steigt“, sagte Eurowings-Chef Jens Bischof. Dieser Nachfrage wolle die Airline nachkommen und gleichzeitig „Unsicherheiten reduzieren und ein sicheres und freudiges Reisen ermöglichen“. Durch den Hochsicherheitsfilter im Flugzeug sei das Infektionsrisiko sehr gering und alle Plätze theoretisch belegbar. Seien Passagiere dennoch verunsichert, soll ihnen die Möglichkeit geboten werden, den mittleren Platz zusätzlich zu kaufen - und ihn somit für andere Passagiere zu blockieren.

(dpa)