Herzogenrath: Region gegen Rechts

Herzogenrath: Region gegen Rechts

Die Region macht gezielt gegen den Rechtsextremismus mobil.

„Aktiv gegen Rechts - gemeinsam diskutieren, informieren, handeln” lautet der Titel der dritten Regionalkonferenz der Bündnisse gegen Rechtsextremismus, zu der am Samstag, 24. September, 10 bis 17 Uhr, alle Interessierten im Einsatz gegen Neonazismus in die Europaschule in Herzogenrath-Merkstein, Am Langenpfahl, eingeladen sind.

Ziele der jährlichen Regionalkonferenz sind die Vernetzung der vorhandenen Initiativen, die Vertiefung der Kenntnisse über Erscheinungsformen des Neofaschismus und der Rechtsentwicklung, die Formulierung von Forderungen an Städte und Gemeinden sowie der Austausch von Erfahrungen und die Debatte über Widerstandsformen.

Auftakt am 24. September ist eine Diskussion zum Schwerpunktthema „Rechtspopulismus und Islamfeindschaft in Westeuropa” mit ausgewiesenen Experten aus der Euregio: Herbert Ruland von der Autonomen Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Karel Toussaint von der Hogeschool Zuyd im niederländischen Sittard sowie Richard Gebhardt vom Institut für Politische Wissenschaft an der RWTH Aachen. Die Moderation hat unser Redakteur Robert Esser.

Rechtspopulisten sind in Belgien und den Niederlanden bereits in den Parlamenten vertreten und erfreuen sich teils beträchtlichen Einflusses. Auch in Deutschland gibt es entsprechende Strömungen und Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft, wie unter anderem der Erfolg des Sarrazin-Buches verdeutlicht. Unlängst schreckten die Attentate in Norwegen die Bevölkerung auf, begangen von einem islamfeindlichen Einzeltäter. Die Regionalkonferenz möchte beitragen, rechtspopulistische Haltungen zu entlarven und Strategien entwickeln, wie man Rassismus und Islamfeindschaft früh entgegentreten kann.

Aufruf der Bürgermeister

Im Anschluss an die Diskussion beschäftigen sich thematische Arbeitsgruppen mit der internationalen Zusammenarbeit gegen Rechts, der Geschlechterpolitik der extremen Rechten, der Vernetzung der lokalen Geschichtsarbeit, dem Kampf der Neonazis gegen die von ihnen so bezeichnete „ Parteiendiktatur der Demokraten” sowie mit dem Vorgehen gegen die jährlichen Neonazi-Aufmärsche in Stolberg. Es folgt eine Kulturveranstaltung des Herzogenrather Integrationsrats im Schulzentrum Bardenberger Straße geladen.

Neben den lokalen Bündnissen und zahlreichen Institutionen in der gesamten Region rufen auch der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und seine Amtskollegen Ferdi Gatzweiler (Stolberg), Rudi Bertram (Eschweiler), Alfred Sonders (Alsdorf), Arno Nelles (Würselen), Willi Linkens (Baesweiler), Manfred Eis (Roetgen) und Jos Som (Kerkrade, Städteregionsrat Helmut Etschenberg und die Abgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers (MdL), Karl Schultheis (MdL), Bettina Herlitzius (MdB), Ulla Schmidt (MdB) und Andrej Hunko (MdB) zur Teilnahme auf.

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