Aachen: Räuberpistole vor Gericht: Bewaffneter Überfall eskaliert

Aachen: Räuberpistole vor Gericht: Bewaffneter Überfall eskaliert

Mit einem Kampf und einer Schießerei in bester Chicagoer Gangstermanier endete Mitte Februar 2009 ein Überfall auf einen Supermarkt im Aachener Viertel Driescher-Hof. Seit Mittwoch steht der mutmaßliche Täter, ein 29-jähriger Deutscher, vor dem Aachener Schwurgericht.

Der Supermarkt stand von Anbeginn unter keinem guten Stern. Kurz nach seiner Eröffnung brannte er ab, wurde sofort wieder aufgebaut. Dann stürmte laut Anklage an jenem Samstag, 14. Februar, kurz vor Ladenschluss um 18 Uhr ein Mann mit einer Halloween-Maske in den Laden, schnappte sich die Frau des Geschäftsführers und fesselte sie mit Kabelbindern.

Nach Angaben von Staatsanwältin Claudia Schetter zwang er die Frau, den Aufenthalt ihres Mannes preiszugeben. Der war gerade dabei, in einem hinteren Raum die Tageseinnahmen zu zählen.

Mit vorgehaltener Waffe forderte er jenen auf, das Bargeld in einen Rucksack zu stopfen. Der 57-jährige habe nicht daran gedacht, das Geld herzugeben, hieß es. Er verwickelte den Räuber in eine Rangelei. Dabei schoss der mutmaßliche Täter den Ladenchef in die Brust. Die Waffe fiel zu Boden. Der schwer Verletzte schaffte es noch, die Pistole an sich zu bringen und seinerseits auf den Flüchtenden zu schießen.

Er verletzt ihn an der Hand, aus dem Blut konnte eine DNA-Spur gewonnen werden, die zur Identität des Täters führte. Er stellte sich zehn Tage später der Polizei. Angeklagt ist versuchter Mord und versuchter schwerer Raub, der Prozess geht Montag weiter.