Simmerath: Rätsel um verschwundene Katzen: Tierfänger in Simmerath entlarvt

Simmerath : Rätsel um verschwundene Katzen: Tierfänger in Simmerath entlarvt

Katzen verschwinden. Das ist schon einmal so. Aber in Simmerath hat in den vergangenen Wochen und Monaten offenbar ein Katzenfänger sein Unwesen getrieben. Inzwischen habe der Mann eingeräumt, für die Entführung von mindestens sieben Katzen verantwortlich zu sein, sagt eine Tierschützerin von der Hundesuchhilfe Eifel.

Eines dieser Tiere ist Kater Max. Als er verschwand, flog die Sache schließlich auf. Max wurde gefangen und anschließend ausgesetzt. Inzwischen ist der Kater wieder wohlbehalten bei seiner Familie in Simmerath. Als die Besitzer ihn wieder in die Arme schließen konnten, fiel ihnen ein Stein vom Herzen.

Doch der Reihe nach: Seit zehn Jahren lebt Maincoon-Kater Max bei Familie Jansen in Simmerath im Heimigweg. Als er vor zwei Wochen abends nicht nach Hause kam, machte sich die Familie noch keine Sorgen. „Ich habe erst gedacht, der stromert wieder irgendwo rum“, sagt Tanja Jansen. Als er zwei Tage später aber immer noch nicht da war, machte sich die Familie auf die Suche.

„Später haben wir dann auch noch Flyer in der Nachbarschaft verteilt, ihn bei einem Suchdienst gemeldet und bei Facebook einen Aufruf gestartet“, sagt Tanja Jansen. Daraufhin habe sich dann eine Nachbarin gemeldet und berichtet, dass sie den gesuchten Kater auf einem Grundstück in der Nachbarschaft in einem Käfig bemerkt habe. „Daraufhin habe ich mich an Babsy Huppertz von der Hundesuchhilfe Eifel gewandt und um Rat gefragt“, sagt Tanja Jansen.

Babsy Huppertz wurde aktiv und setzte sich telefonisch mit dem Mann in Verbindung, auf dessen Grundstück der Käfig mit dem Kater gesehen worden war. „Nach einem längeren Gespräch hat er dann zugegeben, dass er den Kater eingefangen und in der Nähe von Hammer ausgesetzt hat“, berichtet Huppertz.

Ein Kater zufällig wiedergefunden

Also machte sich Familie Jansen mit Babsy Huppertz auf den Weg in das Dorf bei Simmerath, um den Kater zu suchen und Flyer zu verteilen. So erhielten sie einen Hinweis auf jemanden, der sich um streunende Katzen kümmert. Tatsächlich war der Kater dort einen Tag vorher gesehen worden. Als er dort wieder auftauchte, erhielten die Jansens einen Anruf und fuhren erneut nach Hammer. Nach einigen Rufen tauchte Max auf und konnte unversehrt die Heimreise Richtung Simmerath antreten.

Inzwischen waren Babsy Huppertz und Tanja Jansen mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen, und hatten erfahren, dass dort, wo Max gefunden wurde, auch andere Katzen ausgesetzt worden waren, unter anderem auch eine, deren Beschreibung auf die vermisste Katze von Jansens Nachbarn passte.

Schließlich stellte sich heraus: Es war wirklich Nachbars Katze. „Der Mann hat dann auch zugegeben, dass er weitere Katzen gefangen und an anderer Stelle wieder ausgesetzt hat“, sagt Huppertz. Inzwischen seien es nachweislich mindestens sieben Fälle.

Ins Bild passt auch die Geschichte von Birgit Rollesbroich, die inzwischen in Lammersdorf lebt. Als ihr Kater im Juni 2017 nicht mehr nach Hause kam, wohnte sie aber noch in Simmerath unweit der Familie Jansen. Der Kater war schon über eine Woche verschwunden, als sie mit ihrem Mann in Simmerath-Dedenborn zu Besuch bei Freunden war. Auf dem Rückweg sahen sie in Hammer etwas über die Straße huschen und hielten an. „Ich dachte, ich bin übergeschnappt. Da saß unser Kater im Straßengraben“, erzählt Birgit Rollesbroich.

Inzwischen wurde Anzeige wegen Diebstahls gegen den Mann erstattet. „Das nimmt jetzt seinen ganz normalen Lauf. Der Mann wird vorgeladen und gehört“, erklärte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage. Bis er gehört wurde, liegen seine Motive im Dunkeln.

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