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Freizeitaktivität in der Region: Radwanderweg mit zahlreichen Attraktionen

Freizeitaktivität in der Region : Radwanderweg mit zahlreichen Attraktionen

Das Wetter lockt nach draußen: Die Eifelhöhenroute hat auf vier Etappen und 230 Kilometern nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell viel zu bieten.

Die Luft ist raus. Aber nur aus einem der zehn Reifen. Und zum Glück ist es an einem Picknickplatz passiert, einladend stehen die Holzbänke am Waldrand. Familie Torbauer aus Bonn, fünf Köpfe stark, packt die letzten Butterbrote aus. Ein paar Stücke Kuchen sind auch noch im Rucksack. Sohn Sven zieht mit ziemlich geübt aussehenden Handgriffen einen frischen Schlauch in den Vorderreifen seines Mountainbikes, den Dorn hat er schon herausgefummelt.

Es ist später Nachmittag, die Szene spielt im idyllischen Tal des Prethbaches, unterhalb des Eifeldorfes Udenbreth. „Unsere Nachbarn sind die Eifelhöhenroute im letzten Jahr gefahren“, sagt Vater Michael. „Sie waren total begeistert, das hat uns neugierig gemacht. Die erste Etappe heute war super, aber auch sportlich.“ Nur noch ein paar Kilometer trennen die Torbauers von Hellenthal, wo sie den Abend verbringen und in der Jugendherberge übernachten wollen. Start war am Morgen in Blankenheim, wo sie auch ihr Auto stationiert haben.

Auch fast alle anderen, die wir unterwegs treffen, sind mit ihrer Streckenwahl höchst zufrieden. Manche fahren die Route in den vier Etappen, die auf der Webseite des Projekts vorgeschlagen werden. Andere machen sich ihren Fahrplan selbst, fahren vielleicht auch nur einen Teil der rund 230 Kilometer. In Woffelsbach an der Eisbude treffen wir eine ziemlich konditionsstark aussehende Triathletin aus Euskirchen: Sie fährt fast die komplette Runde an einem einzigen Tag. „Eine Superstrecke fürs Training“, sagt sie.

Viele pedalieren elektrisch unterstützt und alle sind mit Velos unterwegs, die auch für Schotter- und Waldwege taugen. Nur einer nicht: Am dritten Tag, bei Mechernich, mitten im Wald, flucht ein Rennradler laut über die „verdammte Rüttelstrecke“. Der falsche Ort für schmale Sportreifen. Mit normalen Tourenreifen lassen sich alle Wege sehr gut erobern. Hinzu kommt: Mehr als die Hälfte der Eifelhöhenroute verläuft auf Asphalt, ab und an auch auf kleinen Verkehrsstraßen. Dabei geht es immer wieder auf und ab. Ein paar Trainingskilometer in den Beinen zu haben, ist angesichts von insgesamt rund 2700 Höhenmetern sinnvoll – auch wenn ganz steile Steigungen selten sind.

Ein Text wie dieser ist zu knapp, um alle landschaftlichen, kulturellen und historischen Attraktionen der Eifelhöhenroute aufzuzählen – es sind immens viele. In Stichworten und im Uhrzeigersinn: Die Ahrquelle in Blankenheim, der Freilinger See mit seinem Schwimmbad, Dollendorf mit seiner Burgruine, die Trapistinnenabtei Maria Frieden bei Dahlem, die Oleftalsperre oberhalb von Hellenthal, die Ausläufer des Hohen Venns bei Kalterherberg. Dann das idyllische Rurtal, dem wir von Küchelscheid über das Kloster Reichenstein und Monschau bis zum Rursee folgen. Dort geht es am Ufer entlang über das Nationalparktor Rurberg bis nach Heimbach, das von der Burg Henge­bach überragt wird. Kurz zuvor passieren wir das Jugendstil-Kraftwerk bei Hasenfeld.

Von Heimbach geht es durch hügeliges, meist offenes Gelände hinüber nach Mecher­nich. Hier gibt es das Besucherbergwerk Bleigrube, die Kakushöhle und das LVR-Freilicht­museum Kommern. Auch Satzvey mit seiner großen und sehr gut erhaltenen rheinischen Wasserburg liegt gleich nebenan. Wenig später führt uns die Route ins Tal der Urft – hier lohnt sich ein Abstecher zum Kloster Steinfeld, das eine Basilika aus dem 12. Jahrhundert beherbergt. Dann kommen wir nach Nettersheim, das mit seinem üppigen „Naturschutzzentrum Eifel“ und einer alten Kalkbrennerei lockt. Rund um den Ort hat man das Erbe der Römerzeit aufwändig inszeniert, unter anderem im Archäologischen Landschaftspark, der auch ein ehemaliges Römerlager umfasst.

Übrigens: Die Eifelhöhenroute hat den Anspruch, komplett ausgeschildert zu sein. Das trifft weitgehend, aber nicht durchweg zu. Wegen vereinzelter Lücken in der Wegweisung ist es deshalb sehr sinnvoll, die GPS-Daten von der Website auf Handy oder Navigationsgerät zu laden.