Baesweiler: Prunkkirmes: Frau ermöglicht couragiert Festnahme eines Angreifers

Baesweiler : Prunkkirmes: Frau ermöglicht couragiert Festnahme eines Angreifers

Die Polizei ist offenbar bei der Aufklärung der brutalen Attacke mit Schlagwerkzeugen auf Besucher der Prunkkirmes in Baesweiler am Wochenende ein gutes Stück vorangekommen.

Das ist den Angaben von Betroffenen und weiterer Zeugen zu verdanken — vor allem aber einer zur Gruppe der Angegriffenen zählenden Frau, die sich in dem Durcheinander geistesgegenwärtig in einen der beiden Wagen gesetzt haben soll, mit denen die Angreifer die Heimkehrer auf offener Straße gestoppt hatten.

Sie habe den Zündschlüssel gezogen und das Auto von innen verriegelt, so dass sich der Fahrer und weitere Schläger nicht rechtzeitig aus dem Staub machen konnten, bevor die Polizei innerhalb weniger Minuten eintraf. Die Beamten hätten vor Ort insgesamt vier Personen gestellt, wie jetzt ein unmittelbar Betroffener im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte.

Polizeisprecher Andreas Müller sagte auf Nachfrage, dass der vor Ort gefasste Fahrer unter Alkohol stand (es wurden später zwei Promille gemessen) und der Verdacht auf Drogenmissbrauch besteht. Der Mann sei gegenüber den Beamten aggressiv geworden und hätte auf der Fahrt zur Wache eine Spuckmaske tragen müssen. Ein Richter habe entschieden, dass der Mann bis zum Mittag des nächsten Tages in Gewahrsam blieb. Er wurde unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt. Zudem „fischte“ die Polizei vor Ort einen zweiten Mann ab, der bei der Attacke auf die Gruppe der Kirmesbesucher nicht beteiligt gewesen sein soll, aber die Festnahme des Fahrers zu verhindern gesucht habe.

Unser Zeuge ergänzte: Zwei weitere Angreifer hätten sich bei Eintreffen der Polizei einfach auf den Gehweg gesetzt. Ein fünfter Mann sei mit dem anderen Wagen davongefahren. Allerdings konnten die Attackierten der Polizei das amtliche Kennzeichen nennen.

Müller wollte sich auf Nachfrage noch nicht zum bisherigen Ergebnis der Vernehmungen äußern, sicherte aber zu: „Sobald uns Ergebnisse vorliegen, werden wir, sofern dadurch der Erfolg der Ermittlungen nicht gefährdet wird, darüber berichten.“

Der Betroffene, der jetzt den Ablauf der Attacke auf insgesamt fünf Männer und zwei Frauen schilderte, die sich nach Besuch der Prunkkirmes auf dem Heimweg befanden, erlitt eine Platzwunde. Drei weitere Angegriffene hätten einen Arzt aufsuchen müssen.

Die erste Rangelei in der Nacht zum vergangenen Sonntag hatten die Heimkehrer nahe dem Volkspark in Baesweiler beobachtet, wie er berichtete. Dort seien sie auf drei Männer gestoßen, die auf einer Mauer gesessen hätten. Zunächst sei einer des Trios ihnen gefolgt, aber zunächst von den beiden anderen wieder zurückgezogen worden. Ein vierter Unbekannter sei plötzlich aufgetaucht. Schließlich habe es eine Rangelei mit „Kratzern“ gegeben.

Gezankt und getrennt

Zwei Männer hätten dabei auf dem Boden gelegen. Dann sei man wieder seines Weges gegangen. Von einem Mann, der von den Angreifern attackiert worden sei und dem man zur Hilfe geeilt sei, um ihm Geleitschutz nach Hause zu geben, könne, wie es zunächst hieß, könne nicht die Rede sein.

Erst rund 20 Minuten später und ein gutes Stück weiter seien die sieben Heimkehrer plötzlich von zwei Wagen in „Wild-West-Manier“ gestoppt worden. Herausgesprungen seien die besagten vier jungen Männer. Diesmal aber mit Schlagwaffen wie Dachlatten und Knüppeln bewaffnet, wie unser Betroffener sagte. Die Situation sei eskaliert, die Männer unter den Heimkehrern seien attackiert worden, eine Brille ging zu Bruch, ein Mann habe eine Rippenprellung erlitten, andere Beulen und Schnitte.

Zur Einschüchterung der Angreifer habe letztlich beigetragen, dass eine Frau ihren Hund hinzuholte und eine Familie, die durch den Lärm aufgeweckt wurde, ebenfalls mit einem Vierbeiner zu Hilfe kam. Dem Zeugen gebe zu denken, dass nach der ersten kurzen Auseinandersetzung die jungen Männer sich derart bewaffnet hätten und gezielt nach ihm und seinen Begleitern gesucht hätten, um sie anzugreifen. „Der Haupttäter hat gerufen, ihm gehöre Baesweiler“, sagte er.

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