Düsseldorf: Prozess um Düsseldorfer Haschisch-Bunker gestartet

Düsseldorf : Prozess um Düsseldorfer Haschisch-Bunker gestartet

Vier Jahre nach der Entdeckung einer großen Haschisch-Plantage in einem Düsseldorfer Hochbunker hat ein Strafprozess gegen zwei mutmaßliche Hintermänner begonnen. Vor dem Landgericht müssen sich seit Donnerstag ein 29-jähriger Niederländer vietnamesischer Herkunft und ein 78-jähriger Italiener wegen bandenmäßigen Menschenhandels und Drogendelikten verantworten.

Vietnamesische Erntehelfer mussten wie Sklaven in einem Verschlag hausen, waren monatelang eingesperrt und sahen nie das Tageslicht. Der Chef der Hasch-Plantage war bereits vor einem Jahr zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Erntehelfer waren völlig verängstigt, einer hatte sich in einem Luftschacht versteckt, als die Polizei im März 2012 vorrückte.

Die professionell betriebene zweistöckige Plantage war durch Zufall entdeckt worden. Die Polizei war bei einer Groß-Razzia gegen Rocker auf die Zucht mit 3000 Pflanzen und einer jährlichen Ertragskraft von 660 Kilogramm Cannabis gestoßen. Die Rocker, die im Erdgeschoss des Bunkers residierten, hatten entgegen erster Vermutungen keine Ahnung vom Treiben einige Etagen höher.

Es war eine der größten Haschisch-Plantagen, die in Nordrhein-Westfalen entdeckt wurden. 170 Lampen à 600 Watt tauchten sie in gleißendes Licht. Der enorme Strombedarf war schwarz aus dem Stromnetz abgezapft worden. Die Polizei stieß auf ein professionelles Beleuchtungs- und Belüftungssystem.

(dpa)