Brüssel: Protesttag: Wieder Zugausfälle in Belgien

Brüssel: Protesttag: Wieder Zugausfälle in Belgien

Bahnreisende sollten Belgien meiden: Im Nachbarland drohen vom späten Dienstagabend an schwere Störungen im Zugverkehr. Die Mitarbeiter des sozialistischen Gewerkschaftsbundes CGSP-Cheminots treten in den Ausstand - und legen damit voraussichtlich das gesamte belgische Bahnnetz still.

„Wahrscheinlich fährt kein Zug”, sagte ein Sprecher der Staatsbahn SNCB der dpa. Der Streik soll von 22.00 Uhr am Dienstagabend bis 22.00 Uhr am Mittwochabend dauern. Der Verkehr dürfte sich wie bei vorhergehenden Streiks erst am Donnerstagmorgen wieder normalisieren.

Die SNCB rät Reisenden, „mit der Möglichkeit starker Verkehrsstörungen sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene” zu rechnen. Der Betreiber der Eurostar-Verbindung von Brüssel nach London will den Betrieb aufrechterhalten, geht aber von möglichen Beeinträchtigungen auf Teilen der Strecke aus - beim letzten belgischen Eisenbahnerstreik im Oktober fuhren die Züge durch den Kanaltunnel von London nur bis ins nordfranzösische Lille und wieder zurück.

Die Deutsche Bahn empfiehlt, „Reisen nach und von Belgien nicht für diesen Tag vorzusehen.” Gesicherte Informationen zum Umfang des Streiks im Nachbarland erwartet die Bahn aber erst, wenn die Aktion begonnen hat, kündigt jedoch schon Änderungen an. Wie bei vorigen Protestaktionen sollen bei Bedarf auf der Strecke Köln-Brüssel ab Aachen Ersatzbusse fahren. Das Unternehmen warnt aber: „Die Sitzplatzkapazitäten der Busse sind begrenzt. Mit deutlich längeren Fahrzeiten und Behinderungen im Straßenverkehr muss gerechnet werden.”

Die sozialistischen Gewerkschafter wollen sich mit dem Streik am europaweiten Aktionstag gegen die Sparpolitik am Mittwoch beteiligen. Die christdemokratische Gewerkschaft CSC-Transcom macht nicht mit. Der europäische Gewerkschaftsbund ETUC ruft für diesen Tag zu europaweiten Protestaktionen gegen die Krisenpolitik der Regierungen auf. In Spanien, Portugal, Griechenland und Italien sind Streiks geplant, Demonstrationen sollen in Frankreich und einigen osteuropäischen Ländern stattfinden.

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