„Architektur bleibt“: Projekte in der Region um Aachen zum „Tag der Architektur“

„Architektur bleibt“ : Projekte in der Region um Aachen zum „Tag der Architektur“

„Architektur bleibt“ ist das gewählte Motto für den diesjährigen Tag der Architektur am Samstag und Sonntag. Auch die Region hat einige interessante Bauwerke, die besichtigt werden können. Einige Beispiele aus Aachen, Düren und Herzogenrath in der Übersicht.

Umbau, Anbau, Sanierung

Um- beziehungsweise Anbau eines 60er Jahre Büro-/Wohngebäudes. Es entsteht eine Gebäudeabfolge in L-Form für zwei Geschäftsfelder. Das zwischen den beiden L-Schenkeln gelegene neue Foyer fungiert als Verteiler mit offenen Blickbeziehungen in beide Geschäftsbereiche und in einen neuen Innenhof. Im Inneren entsteht ein formal zusammenhängendes Erscheinungsbild mit einer jeweils ablesbaren Identität der beiden Geschäftsinhalte in offener, lichter Grundrissstruktur mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten.

Foto: T. Gronen

Adresse: 52066 Aachen, Oranienstraße 27-31
Innenarchitektin: Anne Kloeters, Architekt: Andreas Knackstedt
Besichtigung: Sa. 23. Juni, 11-14 Uhr, Führungen um 11.30 Uhr und 13 Uhr

Center for Biohybrid Medical Systems (CBMS) der RWTH Aachen

Der Neubau ist klar in die drei Zonen Büro, Kommunikation und Labor gegliedert. Dabei ist das Gebäudekonzept auf die Interaktion und den Austausch zwischen den Mitarbeitern ausgerichtet. Es bietet geschlossene Büroräume zur Kontemplation genauso wie kommunikative, offene Bereiche zur Vernetzung der Forschungsgruppen. Das Herzstück bildet das geschossübergreifende Atrium, das mit Besprechungszonen und Meeting-Lounges multifunktionelle Räume zum formellen und informellem Austausch schafft.

Foto: Jörg Stanzick

Adresse: 52074 Aachen, Forckenbeckstraße 55
Architekt: Thomas Habscheid-Führer
Besichtigung: Sa. 23. Juni, 10-13 Uhr, Führung zur vollen und halben Stunde, Treffpunkt: Eingangshalle CBMS

Sanierung und Erweiterung eines Drei-Fensterhauses aus dem 19. Jahrhundert

Das Dreifensterhaus wurde vollständig entkernt, saniert und durch Anbauten architektonisch aufgewertet. Die denkmalgeschützte Straßenfassade und das Treppenhaus wurden erhalten und restauriert. Moderne Lebensräume wurden durch gartenseitige Erweiterungen und Balkone geschaffen. Drei Ganzglasgauben und ein großzügig wirkender Spitzboden prägen die neue Maisonettewohnung. Durch die Eingriffe entstand ein modernes Gebäude, bei dem Altbauflair auf zeitgenössische Wohnungsgrundrisse trifft.

Foto: Frank Imdahl

Adresse: 52064 Aachen, Königstraße 21 a
Architekt: Frank Imdahl
Besichtigung: Sa. 23. Juni, 12-16 Uhr

3000-Quadratmeter „Stadtgarten“

Die Rosen ragen über den Weg hinüber, Ranken winden sich am Geländer hoch, und auch die Wege innerhalb der Anlage an der Zeppelinstraße sind nicht akkurat mit dem Kantenschneider gestutzt. Hier darf sich das Grün innerhalb gewisser Grenzen ausbreiten. Was in dem 3000 Quadratmeter großen „Stadtgarten“, wie die Bauherren den Gemeinschaftsgrund ihrer Wohnanlage nennen, die Pflanzen dürfen, gilt erst recht für deren Bewohner. Auch sie haben, anders als in den meisten Wohnanlagen, mit mehreren Parteien, viele Möglichkeiten sich auszubreiten. Der Garten steht allen Bewohnern zur Verfügung.

52068 Aachen-Forst, Zeppelinstraße 23-29
Architekten: Jürgen Wenke, Til Mathis Jaeger
Besichtigung: Sa. 23. Juni, 14-17 Uhr

Gesamtwerk: Architektur + Einrichtung + Garten

Den erdgeschossigen Bereich eines Mehrfamilienhauses verwandelte die Architektin zu ihrem eigenen Lebens- und Arbeitsraum um. Sehr detailliert wurde die Architektur über das Mobiliar bis hin zum Außenraum geplant. Mit neuen Auf- und Anbauten konnte der ganzheitliche Gestaltungsanspruch in allen drei Bereichen umgesetzt werden. Es wurde Wert gelegt auf Qualität, Zeitlosigkeit, Individualität und insbesondere ausgefallene, spannungsreiche Kombinationen von neuen Materialien und auch Farben.

Foto: Edith Ortmanns

Adresse: 52078 Aachen-Brand, Nordstraße 113
Architektin: Edith Ortmanns
Besichtigung: Sa./So. 23./24. Juni, jeweils 11-19 Uhr, Führungen jederzeit

Modernisierung/Erweiterung einer Gründerzeitvilla

Eine herrschaftliche Einfamilienhausvilla von 1906 wurde in drei große Wohnungen und ein Gästeappartement umgebaut, erweitert und energetisch saniert. Durch den Ausbau des Dachgeschosses und eine Erweiterung des Souterrains entstanden insgesamt 475 Quadratmeter Wohnfläche auf fünf Etagen. Alle Wohnungen verfügen über große Balkone oder Terrassen, Bäder wurden barrierefrei ausgeführt, eine Aufzugsanlage im Treppenauge erschließt alle Geschosse.

Foto: Michael Rau

Adresse: 52064 Aachen, Maria-Theresia-Allee 27
Architekt: Michael Rau
Besichtigung: Sa. 23. Juni, 12-15 Uhr, Führungen ab 12 Uhr halbstündlich

Nachverdichtung in städtischer Blockrand-Lücke

Frei finanzierter Wohnraum, dessen Bau durch fach- und sachkundige Bauherrschaft der Gesellschafter und angestellten, ortsansässigen Mitwirkenden als zwölfköpfige und 24-händige Mannschaft von Architekten, Ingenieuren, Handwerkern und Arbeitern in Eigenunternehmen errichtet ist. Die Aneignung von 95/100 der baulichen Wertschöpfung durch die Bauherrschaft selber ergibt Gesamtbaukosten gemäß BVO2 von unter 2250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bei feinstem Handwerk: Trag- und Hüllwerk, Wasser, Wärme, Strom, Tief- und Wegebau...

Foto: Til Mathis Jaeger

Adresse: 52068 Aachen-Forst, Zeppelinstraße 23
Architekten: Jürgen Wenke, Til Mathis Jaeger
Besichtigung: Sa. 23. Juni, 14-17 Uhr

RWTH-Cluster Biomedizintechnik

Das RWTH-Cluster Biomedizintechnik, ein hochflexibler Lehrorganismus mit multifunktionalen Flächen, bildet den repräsentativen Auftakt für den Campus Melaten. Der kubische Baukörper zeigt einen zeichenhaften Solitär, der mit einer metallisch glänzenden Gebäudehülle wie eine Membran überzogen ist. Im Kontrast zur geschlossenen Hülle stehen die transparenten Kopffassaden, die offen und einladend wirken und entsprechend der architektonischen Idee einen Durchgang zum dahinterliegenden Campus bilden.

Foto: sop architekten

Adresse: 52074 Aachen, Forckenbeckstraße 71
Architekt: Wolfgang Marcour
Besichtigung: Sa./So. 23./24. Juni, jeweils 11-16 Uhr, Führungen um 12 und 14 Uhr

Grenzlandtheater Aachen der Städteregion Aachen

20 Jahre Grenzlandtheater Aachen — ein Zeitraum intensiver täglicher Nutzung, der auch an der Architektur nicht spurlos vorübergegangen ist. Das neue Erscheinungsbild fokussiert sich auf das Wesentliche: Das Foyer wird zur neuen Guckkastenbühne der Einkaufspassage und die Bühne wieder zum Herzstück des Theatersaals. Die eingesetzten Materialien — Spiegel, poliertes Metall und ein „Bretterboden“ aus Eiche — entspringen allesamt dem Fundus der Theaterwelt.

Foto: Carsten Pesch

Adresse: 52062 Aachen, Elisengalerie, Friedrich-Wilhelm-Platz 5/6
Architekt: Fritz Keuthen
Besichtigung: Sa./So. 23./24. Juni, jeweils 10-14 Uhr, Führungen Sa. um 11 und 13 Uhr, Treffpunkt: Foyer des Grenzlandtheaters

Düren

Stadtvilla um 1900, Modernisierung Erdgeschoss und Treppenhaus

Aus einer alten Stadtvilla in Düren ist nach einer Komplettsanierung ein echtes Schmuckstück geworden. Die Kombination aus historischen und modernen Elementen ist gelungen. Und auch der Wunsch von Bauherrin Christiane Hohmann nach großen, hellen und offenen Räumen ist erfüllt worden.

Foto: Sandra Kinkel

Adresse: 52349 Düren, Tivolistraße 69
Innenarchitekt: Andreas Franke
Besichtigung: Sa. 23. Juni, 15-17 Uhr, Führungen um 15 und 16 Uhr, Treffpunkt: Eingangsbereich

Innenraumgestaltung des Muttergotteshäuschen

Die Neugestaltung des Innenraumes steht in der zeitlichen Abfolge am Schluss der seit zehn Jahren mit Geduld aller Beteiligten durchgeführten baulichen Maßnahmen. Zeitgenössische Gestaltung und Materialeinsatz konzentrieren sich auf das Raumerlebnis als Ganzes und setzen das zu verehrende Marien-Bild in einen neuen, würdigen Kontext. Handwerklicher Beton, präziser Laserstahl und warmes Holz spielen einen Materialdreiklang, der die Anbetung zeitgemäß unterstreicht.

Foto: Arno Knott

Adresse: 52351 Düren, Zülpicher Straße 227
Architekt: Arno Knott
Besichtigung: Sa./So. 23./24. Juni, jeweils 12-18 Uhr, Treffpunkt: Muttergotteshäuschen (Zülpicher Straße/Ecke Euskirchener Straße)

Herzogenrath

Wohnen im Casino-Park

Die Idee des Projekts „Wohnen im CasinoPark“ ist die Entwicklung verschiedener bewährter und neuer Wohnformen für Menschen aller Altersstufen. Die Eigentumswohnungen sind sehr hell, modern und effizient zugeschnitten. Die Wohnräume mit ihren Balkonen und Terrassen sind optimal nach Südwesten ausgerichtet. Jede Wohnung ist barrierefrei über ein großzügiges Treppenhaus mit einem rollstuhlgerechten Aufzug zu erreichen. Das Objekt wurde nach dem KfW 70-Energieeffizienzhausstandard errichtet.

Foto: Michael Heins

Adresse: 52134 Herzogenrath-Kohlscheid, Händelstraße 11-13
Architekt: Michael Heins
Besichtigung: Sa. 23. Juni, 14-16 Uhr, Führungen durchgehend, Treffpunkt: Händelstraße 11

Neubau von Einfamilienhäusern

Lichtdurchflutetes, offenes Wohnen wurde hier auf 155 Quadratmetern je Haus realisiert. Harmonische Proportionen und sachliche, großflächig eingesetzte Materialien kennzeichnen diese Doppelhäuser. Die Typisierung der realisierten Häuser schaffte eine großzügige und niveauvolle Architektur mit einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Das Gebäude wurde als ressourcenschonendes KfW-Energieeffizienzhaus-55 mit Dreifachverglasung, Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und Solaranlage konzipiert.

Foto: Michael Heins

Adresse: 52134 Herzogenrath-Kohlscheid, Wilhelm-Schultheis-Straße 12
Architekt: Michael Heins
Besichtigung: Sa. 23. Juni, 14-16 Uhr, Führungen durchgehend

Sanierung und Erweiterung Wohnhaus Beethovenstraße 8

Der vorhandene kleine Baukörper wurde von unpassenden Bekleidungen und Erweiterungen befreit, energetisch saniert und nahe zum Originalzustand wiederhergestellt. Rückseitig schließt sich ein moderner Baukörper an, dazwischen liegt geschützt der Eingang. In der kleinteiligen Substanz des Altbaus sind die Küche, Bad und Schlafraum sowie Treppenflur zu finden. Im Neubau wurden die großzügigeren Räume für den Bar- und Essbereich, Wohnzimmer, Lesezimmer mit Bibliothek sowie Loggia angesiedelt.

Foto: Burkhard Verspohl

Adresse: 52134 Herzogenrath-Merkstein, Beethovenstraße 8
Architekt: Burkhard Verspohl
Besichtigung: So. 24. Juni, 10-12 Uhr und 16-18 Uhr

(red)
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