Kerpen: Polizeieinsatz im Hambacher Forst am Donnerstag weitgehend friedlich

Kerpen : Polizeieinsatz im Hambacher Forst am Donnerstag weitgehend friedlich

Der Einsatz im Hambacher Forst ist noch nicht vorbei: Auch am Donnerstag war die Polizei wieder im Hambacher Forst im Einsatz, um den restlichen Müll und Unrat aus dem Wald wegzuräumen, wie die Polizei mitteilte. Inzwischen ist der Einsatz beendet.

RWE-Arbeiter hatten unter dem Schutz der Polizei Barrikaden, Möbelstücke und vieles mehr aus dem besetzten Wald abtransportiert. Räumungen des Wiesencamps, von Baumhäusern oder gleichartigen Bauten sind nach wie vor nicht geplant, teilte die Polizei mit.

Ein Umweltaktivist hängt im Hambacher Forst an Seilen die zwischen Bäumen gespannt sind. Foto: dpa

Auch in der letzten Nacht kam es im Bereich des Hambacher Forstes zu einem erneuten Angriff von Unbekannten auf die Einsatzkräfte: Mit Zwillen und Pyrotechnik haben die Täter in Richtung der Polizeifahrzeuge geschossen. Es wurde niemand verletzt, und es wurde nichts beschädigt, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Täter konnten sich unerkannt in den Wald zurückziehen.

Ein anderer Umweltaktivist auf einem Baumhaus im Hambacher Forst hält einen Stuhl aus dem Fenster. Foto: dpa

Umweltschützer Jan Pütz von der „Aktion Unterholz” kündigte derweil weitere Gegenaktionen an. „Wir werden mit Hunderten Menschen durch bunte kreative Aktionen des zivilen Ungehorsams alles daran setzen, diesen Wald zu schützen”, sagte er. Die Aktivisten kündigten Demonstrationen, Sitzblockaden und Waldspaziergänge an. Auch werde man die kaputt gegangenen Strukturen der Wald-Besetzer wieder aufbauen, erklärte ein Sprecher von „Aktion Unterholz”. Er sprach von einem „Wochenende des Widerstands”.

Auch am Donnerstag räumen Mitarbeiter der RWE Barrikaden im Hambacher Forst. Foto: Oliver Berg

„Hände weg vom Hambacher Forst”

Umweltverbände kündigten unter dem Motto „Hände weg vom Hambacher Forst” für den 13. September eine Mahnwache vor der Staatskanzlei an. Der Katholikenrat der Region Düren plant am 23. September eine Prozession durch den Wald. Damit solle ein „friedliches Zeichen für den Fortbestand unserer Erde” gesetzt werden, hatte der Katholikenrat vor kurzem angekündigt.

RWE will für den Braunkohleabbau mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen, darf damit aber frühestens im Oktober beginnen. Aus Sicht des Energiekonzerns ist die Rodung unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern.

Im Verlaufe des Morgens sind die RWE-Mitarbeiter erneut mit verschiedenen Gegenständen und Fäkalien beworfen worden. Verletzt wurde aber laut Polizeiangaben niemand. Entsprechende Anzeigen sind von RWE bei der Polizei erstattet worden. Während des Einsatzes haben die Mitarbeiter von RWE auch eine Barrikade in einer Zufahrt beseitigt und ein Steindepot entfernt. Der Polizeieinsatz konnte gegen 12.30 Uhr beendet werden.

(red/pol)
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