Düsseldorf: Polizei räumt Düsseldorfer Occupy-Camp

Düsseldorf: Polizei räumt Düsseldorfer Occupy-Camp

Ohne größere Gegenwehr haben Polizisten ein zur Occupy-Bewegung gezähltes Lager in der Düsseldorfer Innenstadt am Mittwoch geräumt. Sie setzten damit eine Verfügung des städtischen Ordnungsamtes durch, das die seit Oktober 2011 errichteten Holzhütten und Zelte vor der Johanneskirche nicht länger dulden wollte.

Nach Angaben der Polizei wurden 45 zumeist junge Leute aus dem „Camp” hinausgeleitet - die meisten ließen sich von Polizisten tragen, einige gingen freiwillig. Da es friedlich blieb und auch keine Anzeigen vorlagen, nahm die Polizei nach Auskunft einer Sprecherin auch keine Personalien auf. Nach der Aktion zerstreuten sich die Demonstranten. „Wir werden uns bestimmt wieder treffen und überlegen, wie wir weitermachen”, sagte einer ihrer Sprecher.

Zwischenfälle gab es während der Räumung nicht. Die „Bewohner” des Platzes hatten den Zugang verrammelt, doch diese Sperre wurde von der Polizei beseitigt. Die Demonstranten ließen sich dann auf der anderen Seite der Kirche nieder, wo Polizeibeamte sie umstellten. Da der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) die Forderung nicht erfüllte, mit den Demonstranten zu sprechen, beschimpften sie ihn als „feige Sau”.

Das Lager in Düsseldorf war eines der letzten, die nach dem Aufleben der Occupy-Bewegung in den Vereinigten Staaten auch in Deutschland entstanden sind. Die Demonstranten wollten damit ihre Ablehnung des Kapitalismus und des Bankensystems unterstreichen. Die Camps zogen aber auch einige andere, weniger politisch engagierte junge Leute an.

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