Düren/Kerpen: Polizei macht sich bei Waldbesetzern „sachkundig”

Düren/Kerpen: Polizei macht sich bei Waldbesetzern „sachkundig”

Besuch von der Polizei haben am Donnerstag die Umweltaktivisten bekommen, die seit Anfang April ein Waldstück bei Kerpen/Buir besetzt halten. Nach Ansicht von Augenzeugen sollen es mehrere Dutzend Beamte gewesen sein, die das Areal inspiziert haben.

Dies werteten die Besetzer als „räumungsvorbereitende Maßnahme”, wie sie mitteilten. „Es könnte sein, dass RWE demnächst möchte, dass geräumt wird”, sagte auf Anfrage Anton Hamacher, Sprecher der Polizei im Rhein-Erft-Kreis. Deshalb habe sich eine Gruppe von Experten vor Ort sachkundig gemacht, „damit bei einem Einsatz auf beiden Seiten so wenige Personen wie möglich zu Schaden kommen”.

Die Aktivisten haben einen Teil des Hambacher Forstes besetzt und protestieren damit gegen die Erweiterung des Tagebaus Hambach, dem neben dem Ort Morschenich auch die A4 und 900 Hektar Wald geopfert werden.

Am Donnerstag waren noch 20 Umweltschützer vor Ort. Errichtet wurde - mit Duldung von RWE - ein Dorf, das aus mehreren großen Holzhäusern, aus Baumhäusern, Küche und Zelten besteht. Für das kommende Wochenende sind dort Aktionstage geplant, zu denen aus ganz NRW Unterstützer anreisen werden.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Buirer für Buir”, die die Protestaktion teilweise mit Sympathie beobachten, teilten mit, dass derzeit keine Bäume gerodet werden dürfen. Aus Gründen des Tierschutzes sei dies erst ab kommenden Montag, 1. Oktober, gestattet. Mitglieder der BI waren auch am Donnerstag vor Ort und meinten, die Polizisten seien mit Helmen und Schutzschilden ausgestattet gewesen. Polizeisprecher Hamacher wollte das nicht bestätigen.