Polizei lobt "Fridays for Future" und kritisiert „Ende Gelände“

Braunkohleproteste : „Ende Gelände“ wehrt sich gegen Vorwürfe der Polizei

Polizeipräsident Dirk Weinspach lobt das Verhalten der Teilnehmer an der „Fridays for Future“-Demonstration in Aachen gelobt. „Ende Gelände“ kritisiert er.

Das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ hat mit Unverständnis auf das Fazit von Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach zu den Klimaschutzdemos am Wochenende in Aachen und im Rheinischen Revier reagiert. Weinspach hatte „Ende Gelände“-Aktivisten am Mittwochmittag im Rahmen einer Pressekonferenz „gewalttätige Übergriffe“ vorgeworfen. Ein Teil der Aktivisten hätte „unter Lebensgefahr für sich und Polizisten an der Tagebaukante Polizeiketten überrannt“, sagte Weinspach. 16 Polizisten seien verletzt worden.

Eine „Ende Gelände“-Sprecherin teilte mit, dass „mindestens fünf durch Polizeigewalt schwer verletzte“ Aktivisten „mit Brüchen und Gehirnerschütterungen ins Krankenhaus mussten“. Zudem besage der Aktionskonsens von „Ende Gelände“, dass sich Aktivisten „ruhig und besonnen verhalten, sowie keine Menschen gefährden“. Weinspach verwies darauf, dass dieser Aktionskonsens dieses Jahr zum wiederholten Mal nicht eingehalten worden sei. Den Vorwürfen der Aktivisten werde aber nachgegangen. Jeder Fall von mutmaßlicher Polizeigewalt werde „intensiv geprüft“.

Weinspach hatte von „gewalttätigen Übergriffen“ gesprochen. Beamte seien von Aktivisten „massiv angegangen, weggestoßen, umgeschmissen und überrant“ worden. Die „Ende Gelände“-Sprecherin geht in ihrer Mitteilung darauf mit keinem Wort ein. In der Mitteilung vom Nachmittag hieß es lediglich: „Die Aktionen von ,Ende Gelände’ richten sich gegen Kohleinfrastruktur und keineswegs gegen die Polizei. (...) Wir stellen uns mit unseren Körpern vor die Kohlebagger, um die Zerstörung unserer Zukunft aufzuhalten. Unser Protest ist legitim und angesichts der Klimakrise dringend notwendig.“

Kritik kommt von der Aachener Polizei an den „Ende Gelände“-Aktivisten: Beamte seien beim Sturm auf den Tagebau Garzweiler teils „massiv angegangen worden“, sagte Polizeipräsident Dirk Weinspach am Mittwoch. Foto: dpa/David Young

Während des Einsatzes der „Fridays for Future“-Demonstrationen am Samstag am Tagebau Garzweiler und vor allem am Freitag in Aachen habe sich der Einsatz der Polizei „weitestgehend auf das Regeln des Verkehrs beschränkt“, lobte Weinspach. An der Demonstration in Aachen hätten 36.000 Menschen teilgenommen. Dass die Aachener Polizei während der Demo zunächst lediglich von „einigen Tausend“ Teilnehmern gesprochen hatte, erklärte die Behörde am Mittwoch damit, dass die Schüler von fünf unterschiedlichen Orten aus losgezogen seien. Das habe die Schätzung der Teilnehmerzahl verkompliziert.

Mit 36.000 Teilnehmern war die Demonstration eine der beiden größten Klimaschutzdemos, die je in Deutschland stattgefunden haben. Am Hambacher Forst waren vergangenen Oktober nach Schätzungen der Polizei „mehr als 20.000 Menschen“ gewesen, die damaligen Veranstalter hatten von 50.000 gesprochen.

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