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Trauriges Ende der Suche nach Jens S.: Polizei bestätigt die Identität des Toten

Trauriges Ende der Suche nach Jens S. : Polizei bestätigt die Identität des Toten

Es war die größte Suchaktion in der Nordeifel seit Jahren. Hunderte Einsatzkräfte und Freiwillige hatten den ganze Samstag über 21-jährigen Jens S. gesucht, der nach einer Feier verschwunden war. Am Ende des Tages wurde ein Toter gefunden.

Seit Samstagnacht herrschte Alarmstimmung in Konzen und Umgebung. Ein Hubschrauber kreiste immer wieder über dem Dorf, Polizeiwagen und Einsatzfahrzeuge zahlreicher Rettungs- und Hilfsdienste waren vor Ort, Hunderte Beamte und Helfer durchsuchten das Gelände. Das Verschwinden des jungen Mannes nach einer Weiberfastnachtsfeier hatte am Samstag in der Nordeifel eine gewaltige Welle an Hilfsbereitschaft und Anteilnahme ausgelöst.

Der aus Kalterherberg stammende Jens S. hatte nach Angaben eines Polizeisprechers am Donnerstagabend mit Freunden eine Veranstaltung in Eicherscheid besucht. Auf der Rückfahrt sei der 21-Jährige dann um 0.15 Uhr in Konzen aus dem Bus gestiegen. Danach fehlte von ihm jede Spur.

Als er sich auch am späten Freitagabend nirgendwo wieder gemeldet hatte, wurde die Polizei hinzugerufen. Sie startete sofort eine massive Suchaktion. Etliche Beamte der Einsatzhundertschaft durchstreiften noch in der Nacht das in Frage kommende Gebiet bei Konzen, ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera und Suchhunde wurden zur Unterstützung hinzugerufen. Nach mehreren Stunden musste die Aktion vorerst unterbrochen werden.

An der Suche beteiligten sich Einsatzkräfte zahlreicher Institutionen und Organisationen und ungezählte freiwillige Helfer. Foto: MHA/Andreas Gabbert

Am Samstagmorgen ging es mit um so größerem Einsatz weiter. „Wir setzen die Suche jetzt bei Tageslicht fort“, sagte der Polizeisprecher. Gesucht wurde unter anderem im Bereich Konzen, Imgenbroich, Simmerath, Eicherscheid, Paustenbach, Lammersdorf, Kalterherberg und Mützenich. Die Suchkräfte mussten sich dabei durch teilweise unübersichtliches Waldgebiet kämpfen. Erneut wurden sie dabei aus der Luft durch den Hubschrauber unterstützt.

An der Blumgasse in Konzen hatten die Einsatzkräfte ihren sogenannten Bereitstellungsraum eingerichtet, von dem aus die Maßnahmen koordiniert wurden. Dort herrschte am Nachmittag ein ständiges Kommen und Gehen, Privatautos und Einsatzfahrzeuge fuhren vor, Helfer ließen sich instruieren und fuhren dann wieder ab.

Auch ein Suchhubschrauber der Polizei kam bei der Suche zum Einsatz. Foto: MHA/Andreas Gabbert

Für die Suche setzten die Einsatzkräfte am Nachmittag zunehmend auf die Spürnasen von speziell ausgebildeten Hunden, sogenannter Mantrailer. So war etwa eine Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes im Einsatz. Selbst aus dem Sauerland wurden weitere vierbeinige Helfer nach Konzen gebracht. „Wir gehen vor allem den Spuren nach, auf die uns die Suchhunde hinweisen“, sagte ein Sprecher der Polizei. „Aber auch andere Bereiche werden dabei nicht ausgelassen.“

Nicht nur die Polizei, auch eine große Zahl freiwilliger Helfer machte bei der Suche mit. Auf Facebook wurde eine Gruppe „Suche nach Jens“ eingerichtet, über die sich freiwillige Helfer koordinierten.

Mitglieder der Einsatzhundertschaft der Polizei hatten schon in der Nacht mit der Suche begonnen. Foto: MHA/Andreas Gabbert

Ein Sprecher der Polizei lobte am Samstagnachmittag die Unterstützung der Bevölkerung: „Die Resonanz und Hilfsbereitschaft sind überwältigend“, sagte er. „Das kennen wir so aus dem städtischen Bereich nicht.“

Kurz vor 18 Uhr verbreitete sich dann in den Netzwerken wie ein Lauffeuer die Meldung, dass der Gesuchte tot in Konzen aufgefunden worden sei. Die Polizei bestätigte unserer Redaktion zwar zunächst den Fund einer Leiche, die Identität des Toten musste aber durch Experten zunächst noch zweifelsfrei gesichert werden.

Es war kurz nach Mitternacht, als die Polizei schließlich offiziell bekanntgab, dass nun traurige Gewissheit besteht: Jens S. lebt nicht mehr. Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt, Anzeichen für ein Verbrechen gebe es aber nicht. Die Polizei Aachen bedankte sich erneut „für die hohe Anteilnahme und Bereitschaft zur Unterstützung der Suchmaßnahmen in der Bevölkerung“.