Düsseldorf: Organisierte Kriminalität in NRW: Beute dank Kryptowährung verzehnfacht

Düsseldorf : Organisierte Kriminalität in NRW: Beute dank Kryptowährung verzehnfacht

Im Bereich der Organisierten Kriminalität haben Ermittler in Nordrhein-Westfalen eine Verzehnfachung der erbeuteten Summen registriert. Im Vergleich zum Vorjahr schnellte der Gesamtbetrag im vergangenen Jahr um über 1000 Prozent auf 362 Millionen Euro in die Höhe.

Das geht aus dem aktuellen Lagebild des Landeskriminalamtes NRW zur Organisierten Kriminalität hervor. 29 Millionen Euro seien sichergestellt worden. Der sprunghafte Anstieg gehe auf eine internationale Gruppe von Geldwäschern und Anlagebetrügern zurück. Sie habe mithilfe einer digitalen Kryptowährung 296 Millionen Euro erbeutet.

Die Anzahl der laufenden Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität sank den Angaben zufolge von 77 auf 68 Verfahren. In den meisten Fällen ging es um Drogenhandel. So zögen italienische Verdächtige mit Bezügen zu den einschlägigen Mafia-Gruppen die Fäden im internationalen Handel mit Kokain und Falschgeld. Auch Rockergruppen und ethnisch homogene Familienclans werden zur Organisierten Kriminalität gezählt.

Im Rockermilieu bereitet den Ermittlern die Expansion der Hells Angels mit der Gründung des Charters „Ruhrpott” Sorgen. Dies dürfte von den im Ruhrgebiet dominierenden Bandidos nicht hingenommen werden, heißt es in den Bericht. In Köln sei dagegen ein Kampf der Hells Angels untereinander ausgebrochen.

Häufig hat es die Polizei bei der Organisierten Kriminalität mit Clans und Gruppen gleicher ethnischer Herkunft zu tun. Der Anteil der deutschen Verdächtigen sank in diesem Bereich laut Lagebericht von 41 auf 35 Prozent.

(dpa)
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