Aachen: Offene Grenzen: Alles eine Frage der Solidarität

Aachen : Offene Grenzen: Alles eine Frage der Solidarität

Am 19. Juni vor 26 Jahren wurde das Schengener Durchführungsübereinkommen unterzeichnet, das Personenkontrollen an den Binnengrenzen der Europäischen Gemeinschaft abschaffen sollte. In der Zwischenzeit ist der Name der kleinen luxemburgischen Gemeinde zum Synonym für das Auseinanderdriften der Staatengemeinschaft geworden.

Grenzen werden wieder geschlossen, England zittert einem Austrittsreferendum am Donnerstag entgegen, und Populisten befeuern die Rückbesinnung auf die Nationalstaaten.

Den Jahrestag dieses Abkommens nahmen am Sonntag an einem ehemaligen Zollhaus an der deutsch-belgischen Grenze Mitglieder der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) und der Jusos zum Anlass für eine gemeinsame Resolution an die Politik.

„Don’t touch my Schengen“ (übersetzt etwa: Finger weg von Schengen) lautet ihre gemeinsame Forderung. „Schengen ist ein gutes Symbol dafür, dass Europa den Bürgern etwas bringt und nicht nur die Freiheit für Güter, Kapital und Dienstleistungen bedeutet“, sagte JEF-Mitglied Ingo von Wirth.

Auch wenn die durch Schengen ermöglichte Personenfreizügigkeit tatsächlich eines der wirkungsmächtigsten Aushängeschilder der europäischen Einigung ist, so scheint doch der sich abschottende Nationalstaat für manche Bürger wieder an Attraktivität zu gewinnen, sagte von Wirth.

Ähnlich sieht das Christoph Flecken (Jusos): Solange die EU wirtschaftliche Vorteile für ihre Mitglieder bereitgehalten habe, sei alles in Ordnung gewesen. Nun aber, da es gelte, auch die dazugehörigen Werte zu vertreten, versuchten sich plötzlich einige Staaten wieder herauszulösen, beklagte Flecken.