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Gespräche zwischen Bischof und Diözesanrat: Offen und streitbar

Gespräche zwischen Bischof und Diözesanrat : Offen und streitbar

Kirchenbild und Positionen zu drängenden Fragen in der katholischen Kirche sind höchst verschieden. Das hält Aachens Bischof Helmut Dieser und den neuen Vorstand des Diözesanrats nicht davon ab, konstruktive Gespräche zu führen.

Ein erstes Treffen in dieser Woche bezeichneten beide Seiten gegenüber unserer Zeitung als „sehr intensiv und sehr leidenschaftlich“. Trotz teils sehr unterschiedlicher Einschätzungen habe er „die Gesprächssituation im Ganzen sowohl inhaltlich als auch für das Vertrauen untereinander sehr positiv und wertvoll erlebt“, sagte Dieser am Freitag.

„Wir haben offen, ehrlich und streitbar miteinander gesprochen“, so Diözesanratsvorsitzender Karl Weber. „Wir ringen um die gemeinsame Sache.“ Dieser ruft nach dem Gespräch dazu auf, „aus den derzeitigen starken Polarisierungen und emotionalen Zuspitzungen herauszufinden und eine größere Einigkeit über den weiteren Weg der Kirche in wichtigen Zukunftsfragen zu erlangen“. Für den Diözesanrat sagte Weber: „Wir haben gar kein Interesse an bloßer Opposition, sondern vielmehr an einer gemeinsamen Lernbasis.“

Bischof und Diözesanrat zeigen sich entschlossen, die Chancen des „synodalen Wegs“ zu nutzen, den die Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken initiiert haben. Die Synodalvollversammlung tritt in sieben Wochen in Frankfurt erstmals zusammen.

Zwei Jahre lang werden sich die 230 Delegierten mit zentralen Streitfragen der katholischen Kirche hierzulande befassen: Machtkontrolle, Sexualmoral, Zölibat und Frauenrechte. Trotz der Bereitschaft beider Seiten – im Bistum wie bundesweit – zu guter Zusammenarbeit, ist nicht erkennbar, wie die immensen Gegensätze zwischen Bischöfen und jenen, die massiv einschneidende Reformen in ihrer Kirche verlangen, überwunden werden können.