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NRW: Zoos und Museen demnächst wieder geöffnet

Weitere Lockerungen in NRW : Zoos, Museen und Spielplätze öffnen

Die Freizeitgestaltung für die Menschen in NRW wird wieder abwechslungsreicher: Museen, Zoos und Spielplätze dürfen wieder öffnen. In anderen Bereichen ist dagegen noch Geduld gefragt. Für Schulen und Kitas gibt es noch keinen genauen Fahrplan.

Tierparks, Museen, Spielplätze: Nach wochenlangen Schließungen wegen der Coronavirus-Krise gibt es für die Menschen in Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche einige Lockerungen. Von Montag an dürfen Zoos, botanische Gärten, Museen, Schlösser und Galerien wieder öffnen, teilte die Landesregierung am Freitagabend in Düsseldorf mit. Bildungseinrichtungen wie Volkshochschulen und Musikschulen könnten ihren Betrieb aufnehmen. Ab Donnerstag (7. Mai) dürfen Kinder endlich wieder auf die Spielplätze - zeitgleich mit dem Schulbeginn der Viertklässler.

Die Lockerungen werden in der aktualisierten Corona-Schutzverordnung des Landes festgehalten. Das Kontaktverbot und andere bestehende Einschränkungen werden mit der ab Montag geltenden Neufassung weiter verlängert. Verboten bleiben zum Beispiel Sport auf Sportanlagen und in Fitnessstudios sowie der Betrieb von Theatern, Clubs und Freizeitparks.

„Die guten Zahlen zur Entwicklung der Infektionen in Nordrhein-Westfalen machen Hoffnung, dass bald weitere Öffnungen möglich sein werden“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Die Devise sei: „Mit Schutz und Abstand so wenige Einschränkungen wie nötig und so viel Entfaltung wie möglich“.

Die Öffnung der Spielplätze ist nach Worten von Familienminister Joachim Stamp (FDP) „ein kleiner, aber wichtiger Schritt für unsere Kinder und die Familien“. Kinder brauchten die Möglichkeit zu toben und mit Gleichaltrigen spielen zu können. Nach der Corona-Schutzverordnung müssen die Begleitpersonen auf den Spielplätzen einen Mindestabstand von 1,50 Metern zueinander wahren.

Mit der neugefassten Verordnung setzt das bevölkerungsreichste Bundesland gemeinsamen Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Donnerstag um. Alle Beschlüsse seien am Freitag in einer Videokonferenz des Landes mit den kommunalen Spitzenverbänden in NRW besprochen worden. Dabei hätten sich die Teilnehmer auch zum weiteren Vorgehen im Bereich Schule und Frühkindliche Bildung abgestimmt. Konkrete Termine wurden aber nicht mitgeteilt, darüber soll die nächste Bund-Länder-Konferenz am 6. Mai entscheiden.

Bei dem Thema hatte es am Donnerstag Ärger zwischen den Koalitionspartnern gegeben. Laschet hatte das FDP-geführte Schulministerium öffentlich zurückgepfiffen. Der Staatssekretär im Ministerium, Mathias Richter (FDP), hatte in einer Mail an die Grundschulen geschrieben, dass ab dem 11. Mai Kinder der Klassen 1 bis 3 in einem tageweise rollierenden System wieder zur Schule gehen könnten. Auf Geheiß von Laschet verschickte Richter am Donnerstagabend dann eine korrigierte Version seiner Mail. Darin heißt es nun, sämtliche weiteren Schritte der Schulöffnung stünden unter dem Vorbehalt der Bund-Länder-Konferenz am nächsten Mittwoch.

Die Kommunen forderten in der Videoschalte mit Laschet am Freitag eine „angemessene Vorlaufzeit“ für die weitere Öffnung von Schulen. Bei den Kitas soll der nächste Schritt zur Betreuung weiterer Kinder nach Ansicht des NRW-Städtetags frühestens am 18. Mai erfolgen.

Seit Freitag sind in NRW wieder Gottesdienste mit strengen Sicherheitskonzepten und begrenzter Teilnehmerzahl möglich. Im niederrheinischen Kevelaer eröffnete der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, die Wallfahrtssaison. Zu dem Gottesdienst in der Basilika kamen rund 130 Menschen - 150 hätten in die Basilika gedurft. „Der Andrang hielt sich sehr in Grenzen“, sagte Wallfahrtsleiter Rainer Killich. Offenbar hätten sich viele Gläubige entschieden, den Gottesdienst vorsichtshalber lieber im Fernsehen oder Internet zu verfolgen. Auch bei anderen Gottesdiensten rechneten die Bistümer mit zunächst zurückhaltender Resonanz.

Von Montag an sollen nach Angaben des Verkehrsministeriums wieder deutlich mehr Nahverkehrszüge in NRW unterwegs sein. Das Angebot auf den Linien von S-Bahn, Regionalbahn und Regionalexpress werde weiter erhöht. Fahrschüler können ab Montag wieder Führerscheinprüfungen absolvieren - zunächst allerdings nur in einigen größeren Städten, wie der TÜV Rheinland mitteilte.

Die Corona-Maßnahmen haben in NRW nach Einschätzung von Laschet gewirkt. „Es ist gelungen, die Dynamik der Ausbreitung zu brechen“. Die wöchentlichen Infektionszahlen seien innerhalb weniger Wochen drastisch zurückgegangen. Die Gesundheitsämter in NRW seien in der Lage, Kontaktketten bei Corona-Infizierungen nachzuverfolgen. Für Entwarnung sei es aber noch „viel zu früh“.

Mögliche weitere Schritte würden anhand medizinischer Kriterien sowie unter Berücksichtigung sozialer und wirtschaftlicher Aspekte bewertet, sagte Laschet dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag). „Im demokratischen Rechtsstaat ist es selbstverständlich, den Menschen ihre Freiheitsrechte zurückzugeben, sobald dies unter Abwägung aller relevanten Aspekte möglich ist.“

Voller Wucht traf die Corona-Krise nun den Arbeitsmarkt in NRW. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im April gegenüber dem Vormonat um fast 11 Prozent auf mehr als 718 000 Menschen, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Gleichzeitig erreichte die Kurzarbeit ein Rekordniveau. Seit Anfang März meldeten fast 152 000 Betriebe Pläne an, möglicherweise mehr als 2,1 Millionen Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. „Es steht zu befürchten, dass in den nächsten Wochen und Monaten die Arbeitslosigkeit noch weiter drastisch ansteigen kann“, so Laschet.

Der Ministerpräsident drängte auf baldige Erleichterungen auch für die Gastronomie. Wie schnell diese kämen, könne man aber noch nicht sagen. Am 6. Mai solle im Bund-Länder-Kreis über eine „konkretere Perspektive“ gesprochen werden. Schüler, Lehramtsstudierende und -anwärter sollen im laufenden Schuljahr keine gravierenden Nachteile wegen der Corona-Krise haben. Ein entsprechendes Gesetz beschloss der Landtag mit großer Mehrheit. Kein Schüler soll am Ende dieses Schuljahres sitzenbleiben. Auf zentrale Abschlussprüfungen mit landesweit einheitlichen Aufgaben nach der 10. Klasse (ZP 10) der Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen wird in diesem Jahr in NRW verzichtet.

Familienminister Stamp machte Eltern Hoffnung auf eine Rückkehr zum Regelbetrieb der Kindergärten. Die Landesregierung sei dabei, das zu organisieren, sagte er im Landtag. Noch vor den Sommerferien sollten alle Kinder wieder in frühkindliche Angebote eingebunden werden. Vorerst werde die Notbetreuung aber weiter ausgebaut. Vereinbart wurde auch, dass ein größerer Teil der Krankenhauskapazitäten nun wieder für planbare Behandlungen eingesetzt werden soll.

In NRW wurden bis Freitag 33.034 Coronavirus-Infektionen registriert, 371 bestätigte Fälle mehr als am Vortag, wie aus den Zahlen des Landeszentrums für Gesundheit (LZG) hervorging. Die Zahl der Toten erhöhte sich innerhalb eines Tages um 42 auf 1.261 seit Beginn der Pandemie. 24 894 Menschen gelten als genesen - ein Anstieg um 567 innerhalb von 24 Stunden.

(dpa)