High-Tech-Anlage: NRW will Forschungsfabrik für Batterietechnik

High-Tech-Anlage : NRW will Forschungsfabrik für Batterietechnik

Nordrhein-Westfalen will Standort für ein Forschungs- und Produktionszentrum für Batterietechnik werden. Auch Jülich und Aachen sollen ihre Kompetenz einbringen. 500 Millionen Euro stellt der Bund für den Aufbau zur Verfügung – doch die Konkurrenz ist groß.

Den Elektriker hatte Armin Laschet schon zu Besuch, für die Ankunft seiner Neuanschaffung ist alles bereit. Am Donnerstag wird der Ministerpräsident als einer der ersten Kunden das Elektroauto e.GO Life in Empfang nehmen, das der Aachener Hochschulprofessor Günther Schuh in den vergangenen Jahren entwickelt hat und nun in die Serienfertigung bringt.

„Es entsteht wieder eine neue Automobilfertigung in NRW – das hat eine Bedeutung für das Land“, sagt Laschet, der das Elektroauto als Privatmann erwirbt und dazu extra seine heimische Garage E-Auto-gerecht machen musste. Damit zählt der Ministerpräsident angesichts von knapp 100.000 zugelassenen Elektroautos in Deutschland noch immer zu den Pionieren.

Nachdem Deutschland den Ausbau der Elektromobilität jahrelang verschlafen hat, versuchen Politik und Industrie nun hektisch, den Anschluss wieder herzustellen. Während Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Fördergelder für den Aufbau von Produktionsanlagen auslobt, verspricht seine Parteikollegin, Forschungsministerin Anja Karliczek, Unterstützung für den Aufbau einer Forschungsfabrik für Batteriezellen. Noch vor der Sommerpause soll eine Entscheidung fallen.

NRW rechnet sich in beiden Fällen Chancen aus, als Produktionsstandort für Batteriezellen hat die Landesregierung Euskirchen im Blick, bei der Forschungsfabrik setzt man hingegen auf Münster. „Am liebsten hätten wir die Forschung hier – und am Ende auch die Produktion“, sagte Laschet am Mittwoch bei der Vorstellung der Bewerbung in der Düsseldorfer Staatskanzlei.

Doch die Konkurrenz ist groß, was angesichts von knapp 500 Millionen Euro Fördergeld vom Bund auch nicht verwundert. Neben NRW haben bereits Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg eine Bewerbung angekündigt. Auch hier gibt es laut Bundesministerium für Bildung und Forschung „Hot Spots“ der Batteriezellenforschung.

Ministerpräsident Laschet wird künftig im e.Go fahren, kündigte er am Mittwoch an. Foto: dpa/Marius Becker

Auch NRW hat mit Aachen, Jülich und Münster mehrere Kompetenzzentren, die laut NRW-Forschungsministerin Isabel Pfeiffer-Pönsgen ihre Fähigkeiten einbringen sollen. Dennoch macht sie klar: „Es wird in Deutschland nur eine Forschungsfabrik geben. Und dafür ist Münster der ideale Standort.“ (frin)

(frin)
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