Aachen: NRW will, dassder Atommüll in Jülich bleibt

Aachen: NRW will, dassder Atommüll in Jülich bleibt

Die NRW-Landesregierung geht davon aus, dass der Jülicher Atommüll auf unabsehbare Zeit im Forschungszentrum Jülich (FZJ) bleiben muss, weil derzeit gar keine Genehmigung für eine Lagerung der Castorbehälter im Zwischenlager Ahaus möglich ist.

Wie aus Kreisen der Landesregierung verlautet, entsprächen die Castorbehälter selbst nicht mehr den aktuellen Möglichkeiten der Lagerungstechnik. Die Landesregierung beruft sich dabei auf Paragraph sechs des Atomgesetzes.

Am Forschungszentrum Jülich lagern 152 Castorbehälter mit 288 161 stark radioaktiven Brennelement-Kugeln aus dem ehemaligen AVR-Versuchsreaktor. Die Genehmigung zur Lagerung endet am 30. Juni 2013. Das Lager entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Zwischen Bund und Land gibt es Streit darüber, was mit dem Atommüll geschehen soll. Während der Bund als FZJ-Hauptgesellschafter einen Transport der Castorbehälter ins Zwischenlager im münsterländischen Ahaus befürwortet, spricht sich die NRW-Landesregierung für eine Modernisierung des Lagers und einen Verbleib der Castorbehälter in Jülich aus.

Sollte sich die Auffassung der Landesregierung durchsetzen, wird es immer wahrscheinlicher, dass die Castorbehälter ab Juli 2013 ohne Genehmigung auf dem Gelände des FZJ aufbewahrt werden müssen. Eine Modernisierung oder gar ein Neubau des Lagers bis zu diesem Zeitpunkt wird von Seiten des Bundes ausgeschlossen. Dies sei rein zeitlich nicht mehr zu bewältigen. Und mit Blick auf die geplanten Transporte sagt Udo Paschedag, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, unserer Zeitung: „Ich bin mir sicher, dass die Transporte nicht rechtzeitig abgewickelt werden können.”

„Nicht atombombenfähig”

Das FZJ hat über zwei beauftragte Firmen die Genehmigung für den Transport der Castorbehälter nach Ahaus und die dortige Lagerung beim Bundesamt für Strahlenschutz beantragt.

Unterdessen widerspricht das FZJ Aussagen von Atomkraftgegnern zu den Brennelementen. So behauptet etwa das Bündnis „Stop Westcastor”, dass das im 1988 stillgelegten AVR-Versuchsreaktor verwendete Uran atomwaffenfähig gewesen sei. Das FZJ betont hingegen: „Aufgrund ihres relativ hohen Abbrands sind die AVR-Brennelemente nicht atombombenfähig.”