Düsseldorf: NRW-Weihnachtsmärkte gestartet: Polizei passt auf

Düsseldorf : NRW-Weihnachtsmärkte gestartet: Polizei passt auf

Die ersten großen Weihnachtsmärkte haben am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen ihre Stände und Buden geöffnet - unter den wachsamen Augen der Polizei. In den kommenden Wochen werden Millionen Besucher erwartet. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte nach den Terroranschlägen von Paris mehr Polizeipräsenz versprochen. Die Beamten patrouillieren aber ohne Maschinenpistolen.

Die Haltung der Besucher sei: „Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen”, sagte Verena Winkelhaus vom Schausteller-Verband Westfalen in Dortmund. „Die überwiegende Mehrheit meint schon, dass man ganz normal weitermachen sollte.” In Dortmund werden rund 2,5 Millionen Besucher erwartet.

Auch in der Grenzstadt Aachen, wo der Weihnachtsmarkt am Freitag beginnt, soll signifikant mehr Sicherheitspersonal zum Einsatz kommen als in den Vorjahren - besonders am Wochenende, wenn viele Menschen auf den Markt strömen.

Nach der Länderspiel-Absage in Hannover am Dienstag will die Bundesliga ihren Spielbetrieb fortsetzen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 fordert als Konsequenz aus den Terror-Anschlägen den Einsatz von „Körper-Scannern” bei den Einlasskontrollen in Stadien. Auch Wolfgang Holzhäuser, ehemaliger Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, sprach sich dafür aus.

Beim Freitagsspiel der 2. Liga in Düsseldorf will auch der NRW-Innenminister zuschauen. Auf noch stärker erhöhte Sicherheitsmaßnahmen wird dabei verzichtet: „Das Spiel ist von der Polizei ohnehin als Risikospiel eingestuft, was aber nichts mit den Anschlägen zu tun hat”, teilte ein Sprecher der Fortuna vor dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg am Freitag (18.30 Uhr) auf dpa-Anfrage mit.

Die Begegnung der Nachbarstädte steht wegen der Fan-Rivalität traditionell unter besonderer Beobachtung der Behörden. Auch der VfL Bochum hat für das Heimspiel gegen Union Berlin keine zusätzlichen Maßnahmen beschlossen.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) mahnte an, im Kampf gegen den islamistischen Terror früher anzusetzen. „Wir sollten der hoch professionellen IS-Propaganda etwas entgegensetzen”, sagte der Minister am Donnerstag. „Wenn man bei Google „Dschihad” eingibt, kommt kein staatliches Aufklärungsangebot.” Die IS-Videopropaganda werde dagegen in HD-Qualität weltweit verbreitet.

Jäger warnte davor, beim Blick auf die Islamisten die Rechtsextremisten zu vernachlässigen. Es sei eine „eruptive Steigerung der Hass-Hetze im Internet festzustellen”. Die Gefahr, die von den 2000 gewaltbereiten Rechtsextremisten in Deutschland ausgehe, sei „genauso bedenklich”.

(dpa)