Bis zu 1300 Hilfesuchende: NRW verstärkt den Opferschutz

Bis zu 1300 Hilfesuchende : NRW verstärkt den Opferschutz

Die Opposition unterstützt die Initiative der schwarz-gelben Landesregierung. Bislang konnte die Landesbeauftragte Elisabeth Auchter-Mainz schon mehr als 1200 Betroffenen helfen.

Zwei Jahre nach der Ernennung der ersten Opferschutzbeauftragten in der Landesgeschichte Nordrhein-Westfalens werden die wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkte im Alltag von Elisabeth Auchter-Mainz und ihrem dreiköpfigen Team deutlich: „Am häufigsten haben wir mit Opfern von häuslicher Gewalt, von Sexual-, Betrugs- und Einbruchsdelikten zu tun“, sagte Auchter-Mainz, die von 2009 bis 2013 die Staatsanwaltschaft Aachen leitete, auf Anfrage.

Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte die ehemalige NRW-Generalstaatsanwältin im Dezember 2017 berufen. „Seither haben wir 1200 bis 1300 hilfesuchende Opfer betreut“, berichtet Auchter-Mainz. Nun soll die Opferschutz-Einrichtung des Landes  verstärkt werden. Einem Antrag der Regierungsparteien CDU und FDP zufolge soll sie eine eigenständige Präsenz im Internet mit Erstinformationen und Ansprechpartnern für Opfer bekommen. Zudem soll ein Konzept für Großschadenslagen entwickelt werden, damit die Opferschützer schneller auch größeren Personengruppen zeitgleich helfen können, heißt es.

Vertreter von SPD und Grünen signalisieren Zustimmung und fordern teilweise sogar noch weitergehende Unterstützungen für den NRW-Opferschutz, wie etwa verpflichtende Opferschutz-Fortbildungen für Staatsanwälte. In der kommenden Woche hört der Justizausschuss des Düsseldorfer Landtages dazu Experten an. Die meisten der unserer Zeitung bereits vorliegenden Stellungnahmen unterstützen die Vorschläge von CDU und FDP ebenfalls.

Auchter-Mainz selbst verweist auf ihre bisherigen Erfahrungen, wonach die Hilfe vor allem für solche Opfer besonders aufwendig ist, die sich erst mit großem zeitlichen Abstand zur Tat bei ihr melden. „Deshalb begrüße ich auch den Aufbau einer Internetpräsenz, damit wir solche Menschen früher erreichen“, betont Auchter-Mainz. Wann der Landtag einen entsprechenden Beschluss fassen wird, und in welcher Höhe er zusätzliche Gelder bewilligt, ist noch unklar. Insider gehen aber davon aus, dass die Internetpräsenz frühstens im kommenden Jahr realisiert werden kann. Derweil gibt es eine telefonische Hotline für Opfer unter der Rufnummer  0221/39909964.