Neonazi-Netzwerk : NRW-Verfassungsschutz stuft „Combat 18“-Video als echt ein

Neonazi-Netzwerk : NRW-Verfassungsschutz stuft „Combat 18“-Video als echt ein

Der NRW-Verfassungsschutz hat das Video des Neonazi-Netzwerks „Combat 18“ als echt eingestuft. Das hat ein Sprecher des NRW-Innenministeriums am Freitag auf Anfrage mitgeteilt. Mit dem Video distanziert sich die Gruppe vom mutmaßlichen Mörder am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU), Stephan E..

Eine mit Sturmhaube, Handschuhen und dunkler Kleidung verhüllte Person erklärt darin mit verfremdeter Stimme, es handele sich um „eine Klarstellung von Combat 18“.

Ein Medienbericht, wonach der rechtsextreme Verdächtige im Mordfall Lübcke sich in den Reihen von Combat 18 bewegt haben soll, sei falsch. Es war zuvor bereits bekannt geworden, dass es sich um eine Verwechselung gehandelt haben könnte.

Angesichts der Äußerung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), ein Verbot der Gruppe zu prüfen, wolle diese damit offenbar möglichen Verbotsgründen entgegentreten.

Zugleich solle laut NRW-Verfassungsschutz mit dem Video ein darin genannter Journalist eingeschüchtert werden, der im letzten Jahr intensiv zu Combat 18 recherchiert habe. Die rechtsextremistische Szene fühle sich durch seine investigativen Recherchen massiv gestört.

Bei Combat 18 handele es sich um eine bundesweit agierende rechtsextremistische Gruppierung mit Schwerpunkten in NRW (Dortmund), Hessen und Thüringen. In NRW rechne man der Gruppierung weniger als zehn Personen zu.

Combat 18 verhalte sich grundsätzlich konspirativ und trete nur selten durch öffentliche Aktivitäten in Erscheinung. Bei den Anhängern sei von einer Waffenaffinität und individuellen Gewaltbereitschaft auszugehen.

(dpa)
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