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Wegen Corona: NRW startet anders als gewohnt in die Sommerferien

Wegen Corona : NRW startet anders als gewohnt in die Sommerferien

Wenig Betrieb an den Flughäfen, begrenzte Besucherzahlen in Freibädern: In diesem Sommer ist einiges anders als normalerweise. Corona hat so manche Urlaubspläne durchkreuzt – trotzdem ist vieles möglich.

Juhu, endlich Ferien – und nun? Der sonst übliche Jubelruf zum Start der Sommerferien an diesem Freitag fällt bei vielen Familien wohl eher verhalten aus. Denn dieses Mal ist einiges anders. Wegen Corona.

Während Schüler sonst der unterrichtsfreien Zeit entgegenfiebern, hatten sie in den vergangenen Monaten bereits unfreiwillig wohl soviel Freizeit wie noch nie innerhalb eines laufenden Schuljahres. Wegen des Lockdowns gab es keinen oder nur eingeschränkten Präsenzunterricht – lediglich die Grundschüler durften am Ende noch für zwei Wochen am Stück zur Schule gehen. Im Kreis Gütersloh allerdings sind alle Schulen und Kitas wegen des Corona-Ausbruchs beim Fleischfabrikanten Tönnies bereits seit Mitte vergangener Woche wieder zu.

Ihre ursprünglichen Urlaubspläne für den Sommer haben zahlreiche Familien aus NRW schon längst über Bord geworfen. Lang geplante Fernreisen wurden abgesagt, und trotz aufgehobener Reisewarnung sind auch beliebte europäische Flug-Ziele wie Italien oder Mallorca vielen Reisenden wohl noch nicht geheuer.

Der Flughafen Köln/Bonn erwartet am ersten Ferienwochenende nach eigenen Angaben „zumindest eine kleine Reisewelle“ mit etwa 15.000 Passagieren, die dort starten oder landen - im vergangenen Jahr waren es am ersten Ferienwochenende rund 130.000. Statt wie damals 940 Flüge sind dieses Mal nur 140 Starts und Landungen geplant. „Normalerweise stehen wir in diesen Tagen in den Startlöchern für die größte Reisewelle des Jahres“, sagt Airport-Chef Johan Vanneste. „In diesem Jahr ist alles anders.“ Dennoch sei er froh, dass der Passagierbetrieb endlich spürbar wieder anlaufe.

„Wir erwarten wegen der Corona-Krise weniger Auslandsreisen per Flugzeug und dafür mehr Urlaub mit dem Auto in Deutschland und den Nachbarländern“, sagt ADAC-Reiseexperte Roman Suthold. Dementsprechend rechnet der ADAC zum Ferienbeginn mit vollen Autobahnen. Urlauber müssten besonders ab Freitagmittag und am Samstag mit Staus rechnen, vor allem in Richtung der Nord- und Ostseeküsten sowie in Richtung Süden. Der Landesbetrieb Straßen.NRW will in der Ferienzeit auf kurzfristige Baustellen verzichten - allerdings gibt es einige Großbaustellen, die für Behinderungen sorgen dürften.

Etliche Menschen werden nach Vermutung der Verkehrsexperten in den Ferien aber wohl ganz auf längere Reisen verzichten. „Viele dürften sich mit Tagesausflügen oder spontanen Kurztrips begnügen“, meint Suthold.

Auch beim Urlaub in der Heimat wird es – je nach geplanter Aktivität – Einschränkungen wegen der Coronavirus-Schutzmaßnahmen geben. Ein spontaner Freibad-Besuch an einem heißen Tag zum Beispiel ist unter Umständen nicht möglich: In den Bädern ist nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern erlaubt, teilweise müssen die Eintrittskarten vorher online gekauft werden. Auch an anderen Freizeitzielen gelten Zugangsbeschränkungen, etwa in Zoos, Vergnügungsparks oder Museen.

Trotz der Corona-Auflagen haben verschiedene Anbieter wieder Ferienprogramme für Kinder, die zu Hause bleiben, auf die Beine gestellt - im Vergleich zu anderen Jahren allerdings oft eingeschränkt. So können am „Hövi-Land“, einer großen Ferienspaßaktion von Kirchengemeinden in Köln-Vingst, dieses Mal nur etwa ein Drittel der sonst üblichen 600 Kinder teilnehmen. Darum haben die Veranstalter die Aktion kurzfristig umbenannt – in „Hövi-Dorf“.

(dpa)