Merkel hält Laudatio: NRW-Staatspreis für Klaus Töpfer

Merkel hält Laudatio : NRW-Staatspreis für Klaus Töpfer

Als er noch jünger war, durchschwamm Klaus Töpfer auch schon mal den Rhein. Am Montag wurde der „grüne Schwarze“ mit dem höchsten Preis Nordrhein-Westfalens geehrt. Es wurde aber nicht nur zurückgeschaut - es ging auch um die Fridays-for-Future-Demos.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) als einen Klimaschützer der ersten Stunde gewürdigt. „Er ist ein Vordenker und ein Macher“, sagte Merkel am Montag in Bonn.

Der 81 Jahre alte Töpfer wurde dort mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt, der höchsten Auszeichnung des Landes. Töpfer habe die Notwendigkeit einer Energiewende schon vor vielen Jahren vorausgesehen und vorangetrieben, sagte Merkel. Oft müsse er sich dabei als „Rufer in der Wüste“ gefühlt haben. „Er war eben seiner Zeit oft voraus.“

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte, Töpfer habe als einer der ersten die globale Bedeutung des Klimaschutzes erkannt. Unter Hinweis auf die Fridays-for-Future-Demos sagte Laschet: „Die jungen Leute sagen: "Ihr müsst schneller werden".“ Töpfer habe das schon vor Jahrzehnten gesagt - und auch danach gehandelt. „Er wurde nicht immer gehört, auch nicht immer in seiner Partei gehört.“ Vor der Zeremonie ließ sich Laschet auf eine längere spontane Diskussion mit Braunkohlegegnern ein.

Töpfer selbst sagte, es sei fantastisch, dass heute so viele junge Menschen für den Klimaschutz auf die Straße gingen. Zu der Ehrung sagte er: „Das ist nicht EIN Preis, das ist DER Preis.“

Töpfer scheute als Bundesumweltminister auch vor vollem Körpereinsatz nicht zurück: Aufgrund einer verlorenen Wette durchschwamm er 1988 den Rhein, womit er damals enorme Aufmerksamkeit erzielte. „Ich habe leider nicht teilnehmen können an dem Bad im Rhein“, bedauerte Merkel.

Töpfer wuchs in Höxter in Westfalen auf und wohnt dort heute auch wieder. Der CDU-Politiker gilt als „grüner Schwarzer“. Von 1987 bis 1994 war er der zweite Bundesumweltminister seit der Gründung des Ministeriums nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl. Von 1998 bis 2006 war er dann Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi. Jahrelang galt er auch als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten.

Der NRW-Staatspreis ist mit 25 000 Euro dotiert und ging in den den vergangenen Jahren unter anderem an den Kölner Schriftsteller Navid Kermani, den Maler Gerhard Richter und die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer.

(dpa)
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