Finals 2020 an Rhein und Ruhr: „NRW kann sich beweisen“

Finals 2020 an Rhein und Ruhr : „NRW kann sich beweisen“

Probelauf für die Olympia-Bewerbung: An Rhein und Ruhr werden im Juni die Finals 2020 ausgetragen. In 15 Sportarten werden an einem Wochenende die deutschen Meistertitel vergeben - zwei bedeutende Sportarten sind aber nicht vor Ort.

Die Schwimmer sind gar nicht dabei und die Leichtathleten nicht vor Ort - doch auch ohne die olympischen Kernsportarten sollen die Finals 2020 in der Metropolregion Rhein und Ruhr wieder eine Erfolgsgeschichte werden. Ein Jahr nach der erfolgreichen Premiere in Berlin wird das Event olympischer Sommersportarten am ersten Juni-Wochenende 2020 auch zum Gradmesser einer erneuten deutschen Olympia-Bewerbung.

Rund einen Monat vor den Olympischen Spielen von Tokio wird die Veranstaltung in Aachen, Düsseldorf, Duisburg und Oberhausen steigen. Dies teilte die Düsseldorfer Staatskanzlei am Freitagmorgen mit. Zunächst hatte die „Rheinische Post“ darüber berichtet.

„Das ist eine weitere großartige Nachricht für unser Sportland“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). NRW bereitet derzeit eine Bewerbung um die Austragung der Olympischen Spiele 2032 vor und will deshalb in den kommenden Jahren mehrere Sport-Events ausrichten. Dazu zählen unter anderem Spiele der Basketball-EM 2021 und der Handball-EM 2024 sowie die Universiade 2025.

Auch der Deutsche Olympische Sport Bund freut sich über die Neuauflage. „Wir begrüßen es sehr, dass die Finals nach der mehr als gelungenen Premiere in Berlin nun in NRW eine Fortsetzung erfahren werden“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Und mit Blick der Bestrebungen des Landes um eine Olympia-Bewerbung betonte der DOSB-Chef: „Es ist schön, dass NRW nun den Beweis antreten kann, dass ein regional stimmiges Konzept in mehreren Städten eine ähnliche Faszination entwickeln kann.“

Triathlon, Tischtennis, Basketball oder Kanu - insgesamt sollen am ersten Juni-Wochenende die nationalen Meister in 15 verschiedenen Sportarten ermittelt werden. „Das Programm ist aber noch nicht final, die Abstimmung erfolgt bis Anfang 2020“, sagte Finals-Sprecher Cem Herder. Nicht mit dabei ist jedoch ausgerechnet die populäre Sportart Schwimmen, auch fehlen vor Ort die Leichtathleten.

Die Schwimm-Meisterschaften finden schon vom 30. April bis 3. Mai in Berlin statt, der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) trägt seine Titelkämpfe zeitgleich zu den Finals in Braunschweig aus. Die Leichtathleten, wie im Vorjahr in Berlin, auch 2020 in die Finals vor Ort zu integrieren, sei nicht gelungen.

Die TV-Zuschauer werden bei der Übertragung des Events an Rhein und Ruhr aber wohl nicht ohne Läufer, Werfer und Springer auskommen müssen. „Selbstverständlich wird auch die Leichtathletik bei den Finals 2020 integriert sein, auch wenn unsere Titelkämpfe in Braunschweig ausgetragen werden. In welcher Form wird noch mit unseren TV-Partnern ARD/ZDF abgestimmt“, sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing.

Denkbar sei, dass die Berichterstattungen über die Leichtathletik-DM und Finals 2020 gemeinsam stattfinden. Kessing betonte, er freue sich, „das Nordrhein-Westfalen das erfolgreiche Format der Finals 2020 fortführen will und somit im Sinne einer langfristigen Olympiabewerbung 2032 strategisch gut agiert.“

Das Land NRW unterstützt die Finals 2020 mit vier Millionen Euro, aber 2021 will wieder Berlin Austragungsort werden. Man arbeite daran, „die Finals 2021 wieder in die Sportmetropole Berlin zu holen, auch unter Einbeziehung der Leichtathletik“, sagte Thomas Härtel, Präsident des Landessportbunds Berlin, der Deutschen Presse-Agentur.

(dpa)
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