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Dürre, Klimawandel, Borkenkäfer: NRW kämpft mit den Waldschäden

Dürre, Klimawandel, Borkenkäfer : NRW kämpft mit den Waldschäden

Dem Wald in Nordrhein-Westfalen geht es immer schlechter. Allein in diesem Jahr fallen mindestens 14,5 Millionen Festmeter Schadholz an – dreimal so viel wie 2018. Grund dafür war unter anderem der Hitzesommer des vergangenen Jahres.

Der Sommer 2019 war der drittheißeste in Deutschland seit 140 Jahren, im Vorjahr lag die Durchschnittstemperatur noch höher. Das hat Spuren hinterlassen: 2018 und 2019 zählte die Bundesregierung insgesamt rund 105 Millionen Festmeter Schadholz. Das geht aus der Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervor. Besonders heftig traf es dabei Nordrhein-Westfalen. 14,5 Millionen Festmeter (Kubikmeter) waren es 2019, 4,5 Millionen im Jahr zuvor.

Noch rapider war der Anstieg nur in Brandenburg: 400.000 Festmeter Schadholz fielen 2018 an, ein Jahr später waren es fast sieben Millionen (ein Plus von 1600 Prozent).

Wegen der beiden Dürreperioden konnte sich der Grundwasserpegel nicht erholen, Waldflächen sind schlicht vertrocknet. Besonders heftig trifft es Kiefer und Fichte, die häufig in Monokulturen wachsen. So haben es Schädlinge wie der Borkenkäfer leicht, hitzegestresste Bäume anzufallen.

Die wirtschaftlichen Folgen sind beträchtlich, schätzen die Grünen. Der Dürener Bundestagsfraktionsvize Oliver Krischer rechnet vor, dass die Forstwirtschaft in den nächsten Jahren mehr als vier Milliarden Euro an Mindereinnahmen haben wird. Deshalb sagt Krischer: „Jetzt auf Teufel komm raus wieder aufzuforsten und das mit Millionen Euro öffentlich zu fördern, ist eine Sackgasse.“ Kein Mensch wisse, welche Baumarten überleben werden. „An vielen Standorten macht es Sinn, der Natur diese Entscheidung zu überlassen.“ Diese Naturverjüngung bringe am ehesten die Baumarten hervor, die mit einem veränderten Klima klarkommen. „Gut möglich, das unsere Wälder in Zukunft eher wie italienische oder griechische Wälder aussehen werden“, sagte Krischer.

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Klimaschutzprogramm 2030 dazu bekannt, die Wälder und deren nachhaltige Bewirtschaftung langfristig erhalten zu wollen. Bund und Länder haben Fördergelder von etwas mehr als 15 Millionen Euro jährlich in Aussicht gestellt.