15.000 Christstollen für Häftlinge: NRW-Justiz veranstaltet Küchen-Casting

15.000 Christstollen für Häftlinge : NRW-Justiz veranstaltet Küchen-Casting

Häftlinge in NRW bekommen Christstollen zu Weihnachten. Das Justizministerium gibt deshalb eine Großbestellung auf. Wer den Auftrag bekommt, entscheidet eine Jury.

Schöne Bescherung: Die NRW-Justiz will in der Weihnachtszeit jeden Häftling mit einem von rund 15000 Christstollen beschenken. Zurzeit werden nach Angaben des Justizministeriums Anbieter gesucht. Den Zuschlag vergibt eine mehrköpfige Jury. Dafür muss nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur jeder Bewerber fünf Probestollen abliefern.

„Zum Zwecke der Qualitätskontrolle“ würden vor Zuschlagserteilung standardmäßig „Geschmacksproben“ durchgeführt, sagte ein Ministeriumssprecher: „In der Regel werden hierzu Küchenbedienstete verschiedener Anstaltsküchen herangezogen.“ Ihre Punktevergabe für Qualität, Geschmack und Inhaltsstoffe entscheidet mit dem Preis über die Auftragsvergabe, wie aus Unterlagen der Zentralstelle für die Beschaffung im NRW-Vollzug hervor geht.

Der Stollen habe Tradition, so der Ministeriumssprecher: „Seit Jahren werden an Gefangene in allen Justizvollzugsanstalten des Landes - unabhängig von ihrer Konfession - Christstollen jeweils in 500 Gramm-Portionen zum Weihnachtsfest oder aber am vierten Adventssonntag ausgegeben.“ Das Gebäck werde von den Gefangenen „auch gern entgegen genommen“.

Die Trennung von Familie und Angehörigen werde von den Gefangenen in der Weihnachtszeit „häufig besonders schmerzlich empfunden“, so der Ministeriumssprecher: „Der Justizvollzug bietet daher in der Weihnachtszeit zusätzliche Angebote für die Gefangenen wie Weihnachtsgottesdienste, Weihnachtsmenüs und eben auch Christstollen.“

(dpa)
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