NRW-Großstädte wollen Tempo beim Bau von Ladesäulen erhöhen

Elektromobilität : NRW-Großstädte wollen Tempo beim Bau von Ladesäulen erhöhen

Die Großstädte in Nordrhein-Westfalen wollen die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladesäulen kräftig aufstocken. Allein in Köln sollen spätestens bis Ende 2020 nach Angaben der Stadt 400 weitere Ladepunkte fertig werden.

Derzeit gibt es in der größten nordrhein-westfälischen Kommune 170 öffentlich zugängliche Ladepunkte des Versorgers Rheinenergie. Hinzu kommen 50 weitere öffentliche Ladepunkte anderer Anbieter. In der Regel befinden sich an einer Ladesäule zwei Ladepunkte.

In Dortmund soll es bis Ende 2020 etwa 500 öffentliche Ladepunkte geben. Ende vergangenen Jahre waren für die Ruhrgebietsstadt 125 Ladepunkte gemeldet. Eine große Herausforderung sei es, die geeigneten Standorte für die Ladesäulen zu finden, sagte Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund. Dazu müssten nicht in jedem Fall neue Ladesäulen aufgestellt werden. Die Stadt arbeite „derzeit an einem Modellprojekt, Straßenlaternen zu Ladepunkten umzurüsten“.

Um für eine gleichmäßige Verteilung der Ladesäulen zu sorgen, hat Essen das Stadtgebiet in 200 mal 200 Meter große Einheiten aufgeteilt, die Standorte für E-Ladesäulen werden sollen. Bisher sind 155 Anträge auf die Erlaubnis zum Ausstellen einer Ladesäule eingegangen, etwa 80 vom Essener Energieversorger Innogy, weitere 75 von einem Unternehmen aus Berlin. Ende vergangenen Jahres gab es nach Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft in Essen erst 81 öffentliche Ladepunkte. In ganz NRW waren es gut 2700.

Bislang die meisten Ladepunkte in NRW hat die Landeshauptstadt Düsseldorf, wo die Stadtwerke nach Angaben der Stadt derzeit mehr als 220 Ladepunkte betreiben. „Düsseldorf kann sich mit der Dichte der Ladestationen im Vergleich zu anderen Städten sehen lassen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD). Laut BDEW gibt es in Deutschland nur in Hamburg, Berlin, München und Stuttgart mehr öffentlich zugängliche Ladepunkte. Es bleibe für die Städte aber noch viel zu tun, betonte Geisel. „Wir müssen gegenüber der Bundesregierung noch viel stärker auf eine echte Verkehrswende drängen„, sagte Geisel. Dazu gehörten vor allem auch öffentliche Verkehrsmittel, „die leistungsfähiger sind als der Individualverkehr“.

Um die Zahl der Ladesäulen zu steigern, müssten Fördermittel aufgestockt und vor allem unbürokratisch weitergegeben werden, heißt es aus den Rathäusern. Es müssten „schlanke und wenig komplexe Förderprogramme“ geschaffen werden, sagte der Dortmunder Wirtschaftsförderer Westphal.

Auch die Stadt Köln mahnte „eine einfachere und schnellere Bewilligung von Fördergeldern“ an. Für den Durchbruch der Elektromobilität müsse daneben auch halb-öffentliches und privates Laden gefördert und rechtlich erleichtert werden, damit auch in Mehrfamilienhäusern und in Tiefgaragen eine flächendeckende Infrastruktur aufgebaut werden könne. Für Taxis und öffentliche Flotten sei ein dichteres Netz an Schnellladepunkten nötig. „Auch hier müssen Fördermittel aufgestockt und vor allem unbürokratisch weitergegeben werden“, sagte ein Sprecher.

(dpa)
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