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„Aber reicht das?“: NRW-Ferienregionen bereiten Neustart vor

„Aber reicht das?“ : NRW-Ferienregionen bereiten Neustart vor

Nach wochenlangem Stillstand im Tourismus jetzt Licht am Horizont: Der Tourismus in Nordrhein-Westfalen fährt langsam wieder hoch. Aber wegen der Corona-Auflagen rechnet die Branche weiter mit Einbußen.

Frühlingswetter im Wonnemonat Mai – das heizt die Urlaubsstimmung der Menschen im Land an: Passend zu der Urlaubslust atmet die Tourismusbranche in NRW auf und bereitet nach wochenlangem Stillstand den Neustart vor. Am 11. Mai öffnen die Campingplätze, Ferienhäuser und Ferienwohnungen.

Touristen dürfen wider Erwarten landesweit schon ab dem 18. Mai und damit früher als geplant in Hotels übernachten, wie NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart am Donnerstag mitteilte. Geplant war vorher, dass die Hotels an Christi Himmelfahrt (21. Mai) wieder öffnen dürfen. Die Betriebe sollen sich mit dem vorgezogenen Start auf das lange Feiertagswochenende vorbereiten können. Auch gastronomische Angebote solle es dann wieder in Hotels geben.

Ab dem 30. Mai sind laut Pinkwart auch wieder touristische Führungen sowie kleine Gruppen- und Busreisen möglich. Für alles gelten laut Pinkwart strenge Hygiene-Konzepte.

Der Start noch im Monat Mai mit den Feiertagen gebe den Betrieben Rückenwind, hieß es in Eifel, Sauerland und Niederrhein. Aber wegen der erhöhten Hygieneanforderungen würden sie weniger verdienen: Mehr Reinigungszyklen, zwei Durchläufe für Frühstück, Mittag- oder Abendessen, weil weniger Gäste in den Raum dürfen, mehr Personal, das koste einfach mehr, sagte die Geschäftsführerin der Monschau Touristik, Margareta Ritter.

Es stelle sich die Frage, ob sich das rechne: „Die große Frage wird sein, reicht das.“ Vor allem die kleineren Betriebe würden sich wahrscheinlich fragen, ob sich das Öffnen rentiere, sagte auch die Geschäftsführerin des Niederrhein-Tourismus, Martina Baumgärtner.

Darum sind für den Verband Tourismus NRW weitere Hilfen für die Branche auch nicht vom Tisch: Wegen der Einschränkungen für den Gesundheitsschutz könnten viele Betriebe sicher nicht an ihre Umsätze von vor der Krise anknüpfen, meinte der Vorstandsvorsitzende Achim Schloemer.

Auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga erwartet keine schnelle Erholung, sondern befürchtet auch langfristig große Einbußen. Der übliche Geschäftsreisetourismus finde kaum noch statt, sagte ein Sprecher. Die Branche hoffe auf vermehrt private Reisen ab Christi Himmelfahrt und auf die Sommerferien.

Vor allem mit Blick auf die anstehenden Mai-Feiertage warteten die Campingplatz-Betreiber im Sauerland und am Niederrhein ungeduldig auf das Startsignal aus Düsseldorf.

Touristen dürfen ab dem 1. Juli auch wieder in die beliebten niederländischen Feriengebiete reisen. Dann können alle Campingplätze und Ferienparks wieder voll geöffnet werden. Bisher galt das nur eingeschränkt, auf Campingplätzen mussten Duschen und WCs geschlossen bleiben.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Mittwoch gesagt, er wolle Hotels und Tourismus möglichst im Einklang mit den Nachbarländern öffnen. „Wenn wir über Hotelöffnungen und über Tourismus perspektivisch reden, geht das in Nordrhein-Westfalen nur in Absprache mit Belgien und den Niederlanden“, hatte er betont. Denn auch der Tourismus sei grenzüberschreitend. Darüber wolle er „in Kürze“ mit den Regierungschefs der Niederlande und Belgiens, Mark Rutte und Sophie Wilmès reden. Ziel sei, dass die Maßnahmen in NRW „parallel oder zumindest abgestimmt“ seien zu denen in den Niederlanden und Belgien.

(dpa)