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Kirchen in NRW wollen Präsenz zeigen: NRW feiert Heiligabend im Lockdown

Kirchen in NRW wollen Präsenz zeigen : NRW feiert Heiligabend im Lockdown

Dieses Weihnachten wird anders als alle anderen. Aufgrund der Corona-Pandemie gelten Besuchsbeschränkungen, Gottesdienste finden in NRW vielfach nicht statt. Ruhrbischof Overbeck sieht aber auch Hoffnungszeichen.

Stille Nacht, sehr stille Nacht: Nordrhein-Westfalen feiert Weihnachten im Lockdown. Immerhin sind die Corona-Bestimmungen über die Festtage ein wenig gelockert. Zusätzlich zum eigenen Hausstand können vom 24. bis zum 26. Dezember weitere vier Personen aus dem engsten Familienkreis dazukommen, wobei Kinder bis einschließlich 14 Jahren nicht mitgezählt werden.

Weihnachtsgottesdienste sind unter strengen Hygieneauflagen erlaubt. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich zuletzt noch einmal gegen ein Verbot ausgesprochen. Laschet selbst, ein praktizierender Katholik, will aber an keiner Christmette teilnehmen.

Evangelische Präsenzgottesdienste finden in NRW in der Praxis kaum statt, die Kirchenleitungen haben überwiegend davon abgeraten. Auch viele katholische Pfarreien haben sich gegen Präsenzgottesdienste entschieden, allerdings nicht so flächendeckend wie bei den Protestanten. Eine generelle Absage von Gottesdiensten lehnen beide Kirchen ab - die Entscheidung müsse jeweils vor Ort getroffen werden.

Die Betreiber von Pflegeheimen appellieren an Angehörige, jeden Besuch über die Feiertage abzuwägen. Angesichts dauerhaft hoher Infektionszahlen wachse die Sorge, dass das Virus in die Einrichtungen getragen werde. Trotz der hohen Infektionszahlen sollen Alten- und Pflegeheime aber offen bleiben. „Im Frühling sind viele Menschen allein gestorben, weil die Heime abgeriegelt wurden“, sagte Ministerpräsident Laschet dem „Spiegel“. „Das ist ein Schaden, den wir nicht wiedergutmachen können. Irreparabel. Nicht korrigierbar. Da können wir Verantwortlichen in der Politik die Angehörigen nur um Verzeihung bitten.“

Menschen in Heimen würden nicht nur am Virus sterben, sondern auch aus Einsamkeit, sagte Laschet. Nordrhein Westfalen investiert 13,8 Millionen Euro, damit über die Weihnachtstage genügend Personal in Altenheimen für Corona-Schnelltests zur Verfügung steht.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck sagte in seiner Weihnachtsbotschaft, Hoffnung sei die zentrale Kraft zur Bewältigung der Corona-Krise. Viele Hoffnungszeichen seien sichtbar: „Die vielen kleinen Zeichen der Aufmerksamkeit aufeinander, die großen Anstrengungen der Politik und vieler gesellschaftlicher Kräfte, mit Klugheit und Maß, aber auch mit der Demut von Beschränkungen diese Herausforderungen zu bewältigen, zeigen: Wir dürfen Menschen der Hoffnung sein.“

Das Wetter wird über die Feiertage eher ungemütlich. An Heiligabend werde es wechselhaft mit morgens relativ viel Regen und Wind, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Essen. Am Nachmittag würden die Niederschläge abnehmen. Mit bis zu neun Grad werde es relativ mild. Am Abend und in der Nacht könnten noch vereinzelt Schauern auftreten, im Bergland als Schnee. „Am Freitagmorgen ist hier und da wegen überfrierender Nässe mit glatten Straßen zu rechnen.“ Am ersten Weihnachtstag seien sowohl einzelne Schauern möglich das auch Sonnenstunden. Die Höchstwerte lägen bei drei bis sechs Grad, im Sauerland um den Gefrierpunkt. Am zweiten Weihnachtstag werde es wieder wechselhafter mit Wind und leichtem Regen am Nachmittag.

(dpa)