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NRW: Extrem heiße Temperaturen am Wochenende erwartet

Waldbrandgefahr steigt : Samstag könnte es bis zu 38 Grad heiß werden

Eine Hitzewelle hat Nordrhein-Westfalen in den kommenden Tagen fest im Griff. Kühlende Gewitter soll es nur vereinzelt geben. Regen ist nicht in Sicht. Forstleute warnen vor Waldbränden.

Die bisher höchste Temperatur des Jahres 2020 hatte der DWD am 31. Juli in Weilerswist (Kreis Euskirchen) mit 36,9 Grad gemessen. Vom Allzeit-NRW-Rekord ist das aber noch deutlich entfernt: Im niederrheinischen Tönisvorst hatte das Thermometer vor gut einem Jahr 41,2 Grad gezeigt. Auch nachts bleibt es in den kommenden Tagen verhältnismäßig warm. An immer mehr Orten wird es sogenannte tropische Nächte geben, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.

Auch in Aachen erwarten die Experten von huertgenwaldwetter.de am Donnerstag maximal 33, in Düren, Jülich und im Kreis Heinsberg 34 Grad. Abkühlung ist auch zu Beginn der neuen Woche nicht in Sicht. „Es wird immer noch viel Sonne geben“, sagte DWD-Meteorologin Ines von Hollen. Auch regnen werde es erstmal nicht. Nur vereinzelt könne es ab Sonntag mal ein Hitzegewitter geben. Entsprechend steige die Brandgefahr in Wald- und Wiesengebieten weiter an.

Die Forstbehörden in Nordrhein-Westfalen appellierten an die Bevölkerung, bei Aufenthalten in Wäldern besonders umsichtig zu sein. „In diesem Jahr ist die Waldbrandgefahr deutlich höher als in den vergangenen Jahren“, sagte Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Es gelte vielerorts bereits die zweithöchste Gefahrenstufe. Dabei sei allerdings noch nicht berücksichtigt, „dass wir Millionen tote Fichten in den Wäldern stehen und liegen haben“.

Blaschke erinnerte an die Vorgaben bei einem Waldbesuch: So gelte grundsätzlich bis Ende Oktober ein Rauchverbot. Offenes Feuer ist nicht erlaubt. Müll und vor allem Glas sollen wieder mitgenommen werden. Zufahrten dürften nicht durch Autos verstellt werden, damit Feuerwehr-Fahrzeuge im Ernstfall schnell in den Wald fahren können.

In den vergangenen Tagen hatte es in Nordrhein-Westfalen bereits mehrere kleinere Waldbrände gegeben - etwa in Grefrath, Dormagen und Haltern. In den Waldgebieten Haard und Hohe Mark im nördlichen Ruhrgebiet sind derzeit tagsüber die drei Feuerwachtürme besetzt. Das Land Nordrhein-Westfalen stellte es am Donnerstag in einem Erlass in das Ermessen der Bezirksregierungen, Waldbrandüberwachungsflüge durchführen zu lassen. Im vergangenen Jahr hatte die Waldbrandstatistik für NRW insgesamt 94 Waldbrände erfasst, bei denen insgesamt 27,3 Hektar Wald zerstört wurden.

Der Landesbetrieb Straßenbau nahm die erwartete Hitzewelle zum Anlass, auf die möglichen Auswirkungen auf Straßenbeläge hinzuweisen. In seltenen Fällen könne es zu Verformungen im Asphalt kommen. „Der Asphalt erwärmt sich dann und wird weicher“, sagte der Leiter der Abteilung Straßenbau Christoph Dröge.

Probleme könne es „rein theoretisch“ auf Autobahnen mit Betonplatten geben. Die Temperaturen könnten „unter Umständen“ zu starken Spannungen zwischen den einzelnen Fahrbahn-Platten führen. „Die mögliche Konsequenz: Wölbungen und Risse in der Fahrbahn, die sogenannten Blow-Ups“. Im schlimmsten Fall müsse eine beschädigte Straße gesperrt werden. Allerdings seien nur acht Prozent des Autobahnnetzes in NRW aus Beton. „Und dieses Phänomen hat es in den vergangenen Jahren in Nordrhein-Westfalen so gut wie nie gegeben.“

(dpa)