Köln: Nordrhein-Westfalen ist stärkstes Fernsehen-Produktionsland

Köln : Nordrhein-Westfalen ist stärkstes Fernsehen-Produktionsland

Nordrhein-Westfalen bleibt deutschlandweit der stärkste Standort für Fernsehproduktionen. Im Jahr 2016 kamen Produzenten mit Sitz in NRW auf rund 313.000 Produktionsminuten, wie aus einer am Dienstag vorgestellten Vergleichsstudie des Dortmunder Formatt-Instituts hervorgeht.

Der Marktanteil stieg demnach auf 42 Prozent an. Bayern (184.000 Minuten), Hamburg (76.000 Minuten) und Berlin (66.000 Minuten) landeten deutlich dahinter.

„Die hiesige Branche hat noch mal einen deutlichen Sprung gemacht”, sagte der Leiter des Formatt-Instituts, Horst Röper, in Köln. Vor allem im Entertainment zeige sich die Stärke der - vielfach rund um Köln - ansässigen Produzenten. Die Studie erfasst dabei nur Auftragsproduktionen. Eigenproduktionen von Fernsehsendern werden nicht berücksichtigt. Auftraggeber war das Land Nordrhein-Westfalen.

Die Untersuchung bescheinigt der deutschen Fernsehlandschaft insgesamt eine langsame Verschiebung der Nachfrage nach bestimmten Formaten. Der Schwerpunkt habe sich zu dem relativ günstigen Entertainment-Genre verlagert, das mittlerweile auf einen Anteil von 48 Produzent komme. Dazu zählen Shows, Doku-Soaps, Game- und Talkshows.

Vor allem Doku-Soaps seien sehr gefragt. „Das Genre ist in der Produktion kostengünstig, zugleich aber inhaltlich oft trivial”, heißt es in der Studie. Den aktuellen Hype um fiktionale Stoffe - etwa um aufwendige Serien-Produktionen wie „Babylon Berlin” - können die Autoren allerdings auch noch nicht vollends einfangen. Die Untersuchung bezieht sich aufgrund der Datenlage auf die Jahre 2015 und 2016.

Betrachtet man die Kinoproduktionen, ergibt sich eine andere Deutschlandkarte. Hier gibt Berlin eindeutig den Ton an. Die Branche in der Hauptstadt kommt auf 36 Prozent Marktanteil, Bayern belegt wie beim Fernsehen den zweiten Platz (20 Prozent). Nordrhein-Westfalen (19 Prozent) und Hamburg (10 Prozent) landen dahinter. „An der Stelle glauben wir, dass in diesem Land noch deutlich mehr Potenzial steckt”, sagte der für Medien zuständige Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski.

Vor diesem Hintergrund müsse man die Erhöhung der Mittel für die Film- und Medienstiftung um 2,5 Millionen Euro sehen. NRW wolle vor allem die Förderung großer TV-Serien unterstützen, sagte Liminski. „Das ist einer der großen Mega-Trends der Filmproduktion momentan. Und da bleibt Nordrhein-Westfalen noch hinter seinen Möglichkeiten zurück.”

(dpa)
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