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Osterverkehr im Dreiländereck: Verstärkte Grenzüberwachung wegen Corona hat begonnen

Osterverkehr im Dreiländereck : Verstärkte Grenzüberwachung wegen Corona hat begonnen

Die Bundespolizei hat am Donnerstag vor Ostern mit der verstärkten Grenzüberwachung in NRW begonnen. Und die Niederlande weisen deutsche Touristen ohne triftige Einreisegründe an der Grenze ab.

Die Bundespolizei hat zusätzlich 200 Beamte eingesetzt, sagte ein Polizeispreches der zuständigen Behörde in St. Augustin. Die Beamten kontrollieren, ob nach Deutschland Einreisende augenscheinlich krank sein könnten. Bei Anzeichen werde für weitere Entscheidungen das Gesundheitsamt eingeschaltet, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Aachen. Für die Maßnahmen würden zeitweise auch Kontrollstellen eingerichtet.

Niederländische Behörden hatten unterdessen angekündigt, von Donnerstag an über Ostern den Tagestourismus ins Heuvelland westlich von Aachen zu unterbinden. Die Region in Süd-Limburg soll täglich von 9 bis 18 Uhr gesperrt sein. Zielfahrten seien dagegen weiterhin möglich.

Nach den Erfahrungen vom vergangenen Wochenende hielt die zuständige Behörde Veiligheidsregio Zuid-Limburg diese Maßnahme für notwendig. So soll verhindert werden, dass große Gruppen von Menschen zusammenkommen und so dazu beitragen, dass das Corona-Virus weiter verbreitet wird.

Im „Hügelland“ mit den schönen Aussichten und netten Kneipen sind auch deutsche Wanderer und Radfahrer sehr gerne unterwegs. Die Region will damit verhindern, dass große Menschengruppen zusammenkommen.

Die Maßnahme gilt zunächst bis Mittwoch, 15. April. Betroffen ist das Gebiet zwischen den Autobahnen A2 (bei Meerssen), A79, A76 (bei Voerendaal/Heerlen) und Eijsden. Nach der Auswertung des Osterwochenendes wollen die Behörden entscheiden, ob eine Verlängerung notwendig ist.

Die Niederlande bemühen sich an etlichen Grenzübergängen, Deutsche von der Einreise abzuhalten, wenn sie dafür keine triftigen Gründe angeben können. „Wir sprechen mit den Menschen, fragen warum sie kommen und bitten sie umzukehren“, sagte ein Sprecher der niederländischen Grenzwacht am Donnerstag der Nachrichtenagentur ANP. „Es gilt aber noch immer kein Einreiseverbot.“ Daher verhänge man auch keine Bußen.

Unter anderem an den Übergängen Roermond und Vlodrop in der an Nordrhein-Westfalen grenzenden Provinz Limburg standen laut ANP viele Autos im Stau. Allerdings werde nicht an sämtlichen Übergängen kontrolliert. Besonders Deutsche, die im Grenzgebiet wohnen, würden gern zum Einkaufen oder zu Erholungsgebieten in die Niederlande fahren. Shopping-Touren oder Ausflüge seien jedoch keine Gründe, die anerkannt werden, erklärte die Sicherheitsbehörde von Limburg.

An einigen Grenzübergängen versuchen die niederländischen Behörden auch, Deutsche vor dem Osterwochenende mit Warnschildern von unnötigen Reisen in ihr Land abzuhalten. „Reise nicht notwendig? Bleiben Sie bitte zu Hause!“, heißt es auf Leuchttafeln, die an der Grenze zu Niedersachsen aufgestellt wurden.

Bis zum Donnerstag haben sich in den Niederlanden 21.762 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert, wie die Gesundheitsbehörde RIVM mitteilte. 2396 seien nach Infektionen gestorben.

(dpa)