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Niederlande appellieren an Urlauber: „Bleibt zu Hause.“

Niederlande appellieren an Aachener : „Reise nicht notwendig? Bleiben Sie bitte zuhause!“

Normalerweise würden viele Aachener und NRWler an so einem Wochenende in die Niederlande ans Meer fahren. Doch in diesen Tagen ist wenig normal. Deswegen werden Autofahrer an der Grenze auch mit dem Schild „Reise nicht notwendig? Bleiben Sie bitte zuhause!“ empfangen.

Die Krisenstäbe der StädteRegion und Stadt Aachen erhielten am Samstag über „Emric“ einen eindringlichen Apell aus den Niederlanden. „Emric“ ist ein auf Euregio-Ebene angesiedeltes Kooperationsbündnis von Behörden. Über diesen Verbund richtet sich die niederländische Regierung an die Bürgerinnen und Bürger der StädteRegion Aachen.

Denn schon an der Landesgrenze würden deutsche Autofahrer mit dem Schild „Reise nicht notwendig? Bleiben Sie bitte zuhause!“ empfangen. Von Seiten der niederländischen Behördern wolle man klarstellen, dass diese Botschaft keineswegs unfreundlich gemeint, sondern der derzeitigen Lage geschuldet sei.

Im Apell heißt es nämlich: „Die Erholung über die Grenze hinweg ist für uns die normalste Sache der Welt. Wir gehen gerne über die Grenze zum Wandern, Radfahren oder Einkaufen. Aufgrund der Maßnahmen rund um das Corona-Virus sind solche ,normalen‘ Reisen heute aber oft unmöglich.“ Man könne das Coronavirus nur gemeinsam unter Kontrolle bringen. Und das sei am besten zu erreichen, wenn alle Bürgerinnen und Bürger zuhause bleiben.

Bars, Theater und Märkte geschlossen

Im Nachbarland könne man sowieso nur sehr wenig unternehmen. Bis zum 28. April sind dort alle Restaurants, Bars, Terrassen geschlossen. Nahezu alle Veranstaltungen wurden abgesagt, Kasinos und Saunen sind geschlossen, genau wie Museen, Theater und Konzerthallen.

In den Niederlanden sind die Geschäfte und öffentlichen Verkehrsmittel verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen. Sie müssen dafür sorgen, dass die Menschen eineinhalb Meter voneinander entfernt sind. Da viele das nicht leisten können, bleiben Geschäfte und Märkte zu. Auch der öffentliche Nahverkehr ist eingeschränkt.

Gruppen von mehr als zwei Personen sind in den Niederlanden nur erlaubt, wenn sie 1,5 Meter Abstand halten. Bei Nichtbeachtung kann es zu Geldstrafen von 95 Euro (Minderjährige) bis 390 Euro (Erwachsene) kommen.

Urlauber tabu

Außerdem gilt schon seit Anfang der Woche in der gesamten Provinz Zeeland ein Übernachtungsverbot für Touristen. Auch in einigen anderen Gegenden des Landes sind Urlauber tabu, andere Küstenregionen wiederum verzichten auf Verbote. Sie setzen auf Freiwilligkeit und auf die Vernunft der Bürger. Die Botschaft, die der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte an Touristen aus Belgien und Deutschland richtet, ist somit klar: „Bleibt zu Hause. Restez à la maison. Blijf thuis!“

(red)