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Verkehr und Schulen fast normal: Niederländer öffnen das Land weiter

Verkehr und Schulen fast normal : Niederländer öffnen das Land weiter

Nach Monaten der Corona-Krise machen die Niederlande einen großen Schritt zu einem normalen Alltag. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am Mittwochabend die bislang umfassendste Lockerung der Corona-Maßnahmen für Schulen, Verkehr, Kultur und Freizeit an.

Die Lockerungen kommen zwei Monate eher als gedacht. „Aber der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter bleibt die Norm“, sagte Premier Rutte in Den Haag. Er warnte davor, die Regeln nun fallen zu lassen. Eine zweite Welle der Corona-Pandemie müsse verhindert werden.

Ab 1. Juli können Kinos, Theater, Kirchen und Gaststätten wieder unbegrenzt Besucher empfangen - vorausgesetzt alle halten einen Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern ein. Bisher galt für Gaststätten oder Kinos ein Maximum von 30 Besuchern.

Im öffentlichen Nahverkehr werden ab 1. Juli fast alle Einschränkungen aufgehoben. Reisende müssen aber eine Maske tragen. Jahrmärkte und Festivals im Freien sind wieder möglich. Auch Sexarbeiter dürfen wieder ihre Dienste anbieten.

Nach den Sommerferien wird der reguläre Schulbetrieb wieder aufgenommen. Schüler dürfen dann auch wieder direkt nebeneinander sitzen.

Eine gute Nachricht hatte Premier Rutte auch für den Profi-Fußball: Ab 1. September sind Spiele wieder mit Publikum möglich - allerdings mit Sicherheitsabstand.

Damit wird es zwar keine Geisterspiele geben, aber für viele Stadien heißt das, dass die Zuschauerränge nur höchstens zu einem Drittel besetzt werden können.

Sprechchöre sind dann allerdings verboten. Die Fans sollen nach dem Willen der Regierung weder singen noch schreien, um eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Bereits im April hatte der niederländische Fußballverband die laufende Spielzeit für beendet erklärt, ohne einen Meister zu benennen. Rekordchampion Ajax Amsterdam war Tabellenführer, acht Spieltage standen noch aus. Aber auch Geisterspiele waren zu dem Zeitpunkt nicht möglich, da die Regierung alle Veranstaltungen bis zum 1. September verboten hatte.

Die Zahl der Neu-Infektionen geht seit einigen Wochen zurück. Bislang sind knapp 50.000 mit dem Coronavirus Infizierte registriert worden. 6097 Menschen starben infolge einer Covid-19-Erkrankung.

(dpa)