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Reisewarnung für Teile der Niederlande: Hollandurlauber reisen jetzt in ein Risikogebiet

Reisewarnung für Teile der Niederlande : Hollandurlauber reisen jetzt in ein Risikogebiet

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung die niederländischen Provinzen Nord- und Südholland zu Risikogebieten erklärt — und entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen. Wie steht es um Zeeland?

In den niederländischen Provinzen Nord- und Südholland ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus extrem angestiegen. Von Dienstag voriger Woche bis zum Dienstag in dieser Woche wurden rund 5150 neue Fälle vom Reichsgesundheitsinstitut in Den Haag gemeldet. Beide Provinzen liegen damit bei fast 80 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern.

Die deutsche Bundesregierung reagierte am Mittwochabend auf die Entwicklung: Sie erklärte die zwei Provinzen zum Risikogebiet – und sprach entsprechende Reisewarnungen aus. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) hatte eine entsprechend aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete veröffentlicht.

Nord- und Südholland sind zwei der insgesamt zwölf Provinzen der Niederlande und liegen im Westen des Landes an der Nordsee. Sie bilden die am dichtesten besiedelte Region des Landes. In den beiden Provinzen liegen sowohl die größten niederländischen Städte Amsterdam, Rotterdam und Den Haag als auch beliebte Badeorte wie Scheveningen, Zandvoort und Bergen aan Zee.

Alle anderen niederländischen Provinzen weisen deutlich niedrigere Infektionsraten auf. Nicht betroffen ist also auch die bei Urlaubern beliebte Küstenprovinz Zeeland an der Grenze zu Belgien. Dort wurden lediglich 48 Neuinfektionen in einer Woche gemeldet. Die Quote pro 100.000 Einwohnern liegt bei 12,5. Auch für die an den Raum Aachen und Heinsberg angrenzende Provinz Limburg (182/16,3), gilt die Reisewarnung nicht. Pendler sind also nicht betroffen.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, ob es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Dann erfolgt die Warnung des Auswärtigen Amtes vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ dorthin.

Das NRW-Gesundheitsministerium wies am Donnerstag darauf hin, dass Einreisende aus Risikogebieten sich grundsätzlich 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben müssen. Diese Quarantänepflicht gelte nicht, wenn ein negativer Coronavirus-Test vorliege, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen worden sei. Reisende aus Risikogebieten seien verpflichtet, sich unverzüglich nach Rückkehr beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden.

Eine Reisewarnung ist zwar kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren.

(dpa/cs)