1. Region
  2. Niederlande

Rädelsführer der „Goyim Partei Deutschland“: Festnahmen bei Ermittlungen gegen Rechtsextremisten

Rädelsführer der „Goyim Partei Deutschland“ : Festnahmen bei Ermittlungen gegen Rechtsextremisten

Die Bundesanwaltschaft hat zwei Männer festnehmen lassen, die eine rechtsextremistische Vereinigung angeführt haben sollen. Dabei kooperierten sie mit den niederländischen Behörden, denn einer der Gesuchten lebte in Heerlen.

Zudem wurden die Wohnungen der beiden Männer sowie von sechs weiteren Beschuldigten durchsucht, wie die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Eine der Festnahmen sei in Berlin erfolgt, die andere in Heerlen in den Niederlanden. Weitere Durchsuchungen gab es demnach in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Männer zu den Rädelsführern der kriminellen Vereinigung gehören. Der in Heerlen Festgenommene soll die Vereinigung „Goyim Partei Deutschland“ im August 2016 gegründet haben. Die Gruppierung habe zum Ziel gehabt, über eine Internetseite massenhaft und systematisch rechtsextremistisches Gedankengut sowie die nationalsozialistische Weltanschauung zu verbreiten. Auf der Webseite sei der Holocaust geleugnet und Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes verharmlost worden. Auch sei zur Tötung jüdischer Menschen aufgerufen worden.

Der zweite Festgenommene habe sich der Gruppe 2018 angeschlossen.

Der Mann, der in Heerlen festgenommen wurde, widersetzt sich seiner Auslieferung nach Deutschland. Es muss deshalb nach einem Bericht der Tageszeitung "De Limburger" einem Gericht in Amsterdam, das für internationale Rechtssachen zuständig ist, vorgeführt werden, was bis zu 90 Tage dauern könne. Bis dahin bleibe er in Haft. Der Mann ist von irakischer Abstammung, hat aber die deutsche Nationalität. 1997 ist er mit seinen Eltern von Aachen nach Heerlen umgezogen, wo er 2010 ein Haus gekauft habe.

(dpa/hau)