Eltern verklagten Freund: 5000 Euro für die Eltern von totem Mountainbiker

Eltern verklagten Freund : 5000 Euro für die Eltern von totem Mountainbiker

Ein gerichtliches Nachspiel hatte jetzt ein tragischer Vorfall, der sich an einem heißen Sommertag des Jahres 2015 unterhalb des Dreiländerpunkts ereignet hatte. Ein junger Niederländer war dort in einem Waldstück unterhalb von einem niederländischen Ausflugslokal verunglückt und seinen Verletzungen erlegen.

Weil sein Begleiter auf der Mountainbike-Tour weiterfuhr und keine Hilfe für den Schwerverletzten holte, muss dieser nun ein Schmerzensgeld von 5000 Euro an die Eltern des Verstorbenen zahlen.

Die Staatsanwaltschaft Aachen war nach Auswertung der Bilder aus der Helmkamera zu dem Schluss gekommen, dass der 30-jährige Niederländer, der aus der Region Venlo stammt und wahrscheinlich mit dem Oberkörper auf einen Baumstumpf geprallt war, schnell seinen schwersten inneren Verletzungen erlegen sein musste. Ereignet hatte sich der schreckliche Unfall am 10. Juli, erst zwei Tage später wurde der Leichnam von Spaziergängern gefunden.

Da sich die sterblichen Überreste direkt an der Grenze auf deutschem Staatsgebiet befanden, war die Aachener Behörde für die Aufklärung des Geschehens und die obligatorische Obduktion zuständig. Sie kam zu dem Schluss, dass es um einen Unfall handelte und keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gab.

Die Eltern des 30-Jährigen wollten sich jedoch nicht damit abfinden, dass sein Mitfahrer ihn im Wald liegenließ, ohne sich um ihn zu kümmern und abends zu einer Grillfete ging. Deshalb strengten sie in Venlo ein Zivilverfahren an, um dem Freund, der mit ihm Mountainbike fuhr, aufzuzeigen, dass er unrechtmäßig gehandelt habe und hatten damit Erfolg. Es sei ihnen nicht ums Geld gegangen, betonte ihr Anwalt vor Gericht, sondern um die Bestätigung, dass der Mann einen Fehler gemacht habe, berichtet die Tageszeitung „De Limburger“. Er habe auch nie Kontakt mit den Hinterbliebenen gesucht. Diese hätten sich nicht richtig vom Verunglückten verabschieden können, weil die Leiche schon verwest war. Dies hatte der Richter bei der Zuweisung der Geldbuße stark angerechnet.

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