Für eine Milliarde US-Dollar: Nato modernisiert Awacs-Aufklärungsflugzeuge

Für eine Milliarde US-Dollar : Nato modernisiert Awacs-Aufklärungsflugzeuge

Die Nato will eine Milliarde US-Dollar in die Modernisierung ihrer Awacs-Aufklärungsflugzeuge stecken. Davon ist besonders der Hauptstützpunkt in Geilenkirchen betroffen.

„Ich kann bestätigen, dass wir einen Vertrag unterschreiben werden, um die Awacs-Flotte aufzurüsten und zu modernisieren“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch zum Auftakt eines Nato-Außenministertreffens in Brüssel.

Hauptstützpunkt der Awacs (Airborne Warning and Control System) ist der Nato-Flugplatz Geilenkirchen. Sie werden unter anderem zur Überwachung des Luftraumes im östlichen Europa eingesetzt. Basis für die Flugzeuge sind jahrzehntealte Boeings vom Typ 707. Die Luftaufklärer sollen nach der Modernisierung noch bis zum Jahr 2035 durchhalten. Für die Zeit danach wird an einem Nachfolgesystem gearbeitet.

Die aktuellen Awacs sind mit ihrem pilzförmigen Radaraufbau in der Lage, andere Luftfahrzeuge in mehr als 400 Kilometern Entfernung zu orten und zu identifizieren. Die Informationen können die Flieger an alle anderen im Luftraum weitergeben, die technisch entsprechend gerüstet sind. Damit können sie auch als fliegende Gefechtsleitstände eingesetzt werden.

Wie Johannes Glowka, Sprecher des Awacs-Verbandes, gegenüber unserer Zeitung erklärte, gehe es bei der Modernisierung darum, die Fähigkeiten der Luftraumüberwachung, der Identifizierung von Luftfahrzeugen und der Führung von Luftoperationen zu erhalten und auszubauen und künftigen Szenarien anzupassen. Das Geld fließe zum größten Teil in die Kommunikation und in den Datentransfer. „Denn wir sind sozusagen das Mutterschiff, wenn es um Operationen in der Luft geht. Wir sind das große Auge und das Gehirn“, sagt Glowka. Mit diesen Investitionen werde der Stand der Technik der heutigen Zeit angepasst. „Ein neuer Computer ist schneller und besser als ein alter“, bringt er es mit einem Vergleich auf den Punkt.

Die geplanten Investition seien ein Zeichen dafür, dass der Standort Geilenkirchen bis 2035 und darüber hinaus gesichert sei.

Von dem Erhalt des Verbandes, bei dem 1400 Soldaten und Zivilisten beschäftigt sind, profitiert nicht nur die Stadt Geilenkirchen: Mehrere Dutzend Millionen Euro fließen jährlich in die Region.

(dpa/st)
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