Zoo-Chef: Nach Krefelder Brand nicht Affenhaltung infrage stellen

Zoo-Chef : Nach Krefelder Brand nicht Affenhaltung infrage stellen

Wie sicher sind Tiere im Zoo? Nach dem Brand im Krefelder Affenhaus ist die Kritik an der Haltung von Menschenaffen und anderen Tieren wieder lauter geworden. Zu Unrecht, findet der Chef des Karlsruher Zoos.

Der verheerende Brand in Krefeld ist aus Sicht des Karlsruher Zoo-Chefs Matthias Reinschmidt kein Anlass, generell die Affenhaltung in Zoos infrage zu stellen. „Wir sehen uns als Zentren der Arterhaltung“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gerade für vom Aussterben bedrohte Arten wie Orang-Utans brauche man jeden verfügbaren Platz. Im Karlsruher Zoo wird das Zuchtprogramm der europäischen Zoos für Orang-Utans koordiniert. In der Silvesternacht waren in Krefeld mehr als 30 Tiere bei einem Feuer ums Leben gekommen, darunter mehrere Menschenaffen. Am Samstagmittag (12.00 Uhr) werden erneut zahlreiche Teilnehmer zu einer Mahnwache am Zoo erwartet.

Eine Fortsetzung des Zuchtprogramms in den Zoos sei aber entscheidend für die Zukunft der Menschenaffen, argumentierte Reinschmidt. Von ehemals rund einer Million Orang-Utans auf der Erde gebe es inzwischen nur noch 50.000 in der freien Natur - auch weil immer mehr Wälder abgeholzt würden. Derzeit lebten 1200 Orang-Utans in Zoos. Um die genetische Vielfalt zu sichern, sollten es nach seiner Meinung noch mehr sein. „Es ist deshalb indiskutabel, mit der Menschenaffenhaltung in Zoos aufzuhören“, sagte Reinschmidt.

Tierparks sollten aber nach seiner Meinung ihre Brandschutzmaßnahmen anpassen. „Wir müssen das Thema noch mal differenzierter angehen.“ Denkbar seien etwa neue Feuermelder, mehr Kontrollgänge und eine Art Sicherheitszone um Zoos an Silvester.

(dpa)