Städteregion: Nach 20 Jahren verlässt Peter Brendel die „Low-tec GmbH“

Städteregion: Nach 20 Jahren verlässt Peter Brendel die „Low-tec GmbH“

Zum Abschied zog es Peter Brendel zurück zu den Wurzeln nach Eschweiler. Dort, genauer gesagt im Stadtteil Ost, hatte der damals für den Kirchenkreis Jülich tätige Sozialarbeiter im Jahr 1998 federführend den Esch-O-Stadtteilbetrieb aus der Taufe gehoben.

Das Konzept verfolgte das Ziel, in dem von hoher Arbeitslosigkeit betroffenen Quartier Beschäftigung zu generieren. Durch Grünflächenpflege, Wohnumfeldverschönerung, Renovierungen und haushaltsnahe Dienstleistungen sollte und wurde Eschweiler-Ost aufgewertet. Es war ein Gedanke, der genau in das Konzept der drei Jahre zuvor in Düren gegründeten Gesellschaft „Low-tec“ passte, die die Trägerschaft übernahm.

20 Jahre und zahlreiche Höhen und Tiefen sowie einschneidende Veränderungen später verlässt Peter Brendel nun „aus persönlichen Gründen“ das Unternehmen. Im Rahmen einer emotionalen und von Pfarrerin Vera Schellberg moderierten Feierstunde wurde der Geschäftsführer im Beisein zahlreicher Mitarbeiter, Weggefährten und Freunde sowie der Familie verabschiedet. Dabei hoben ausnahmslos alle Wortmeldungen das zentrale Thema hervor, das das Wirken Peter Brendels in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten geprägt habe: „Für den Menschen!“

Dagmar Becker erklärte als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der „Low-tec“, dass „das Recht auf Arbeit als unmittelbarer Ausdruck der Menschenwürde auch und gerade für von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Menschen“ stets die Leitlinie sowohl für das Unternehmen als auch für Peter Brendel selbst gewesen sei. Bei ihm sei dieses Engagement sowohl beruflich als auch ehrenamtlich zu verzeichnen.

Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram betonte, Peter Brendel habe zahlreichen Menschen berufliche Perspektiven aufzeigen können. „Sie waren für uns immer wieder ein wichtiger Impulsgeber und haben hinter den Zahlen stets die Menschen und deren Einzelschicksale gesehen“, lobte der Verwaltungschef den 52-Jährigen.

„Die ‚Low-tec‘ ohne Peter Brendel ist wie Köln ohne den Dom“, zog Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters der Städteregion, einen Vergleich. Mit Pragmatismus, innovativen Ideen, offenen Ohren, Warmherzigkeit sowie der Fähigkeit, auf Menschen zugehen zu können, habe Brendel „vieles anstoßen und voranbringen“ können. Die städteregionale Sozialdezernentin Edeltraud Vomberg äußerte den Wünsch, Brendel möge in Zukunft in einer anderen Rolle für die Region tätig sein und Teil des Netzwerks bleiben.

Ob dies der Fall sein wird, ließ der Angesprochene offen. „Für mich geht es definitiv weiter. Und Arbeitsmarktpolitik wird immer ein Bestandteil meines Lebens sein“, erteilte der einstige Sozialarbeiter allen verfrüht ausgesprochenen Wünschen zum Ruhestand eine eindeutige Absage, bevor er einen anekdotenreichen Rückblick startete. An dessen Ende stand das Fazit: „Wir haben viel ausprobiert und entwickelt und schließlich auch den Weg nach Aachen überstanden.“ Heute seien die Standorte Eschweiler und Aachen gut aufgestellt. „Auch unter meiner Prämisse, dass es nicht sein kann, dass Arbeitsmarktpolitik ausschließlich im Oberzentrum stattfindet“, so Peter Brendel, der bei seiner Verabschiedung auf arbeitsmarktpolitische Schelte verzichtete.

Wobei durchaus hoffnungsvoll stimmende Perspektiven für „Low-tec“ vorhanden seien — etwa das Projekt „Entwicklungszentrum“, das am 3. April in Aachen und Eschweiler für insgesamt sechs Jahre an den Start gehen wird.

Mehr von Aachener Nachrichten