Überfall auf Bar: Mutmaßlicher Rachemord im Rockermilieu vor Gericht

Überfall auf Bar : Mutmaßlicher Rachemord im Rockermilieu vor Gericht

Drei Männer mit mutmaßlichen Verbindungen zur Rockergruppe „Hells Angels“ stehen seit Dienstag in einem Mordprozess vor dem Landgericht.

Den beiden 32 und 30 Jahre alten Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft vor, am 25. November 2018 an der Erschießung eines Mannes in einer Bar beteiligt gewesen zu sein. Einem 33 Jahre alten Angeklagten legt die Anklage Beihilfe zur dreifachen gefährlichen Körperverletzung zur Last. Der 32 Jahre alte Tatverdächtigen ist nach Angaben vor Gericht Deutscher, die 30 und 33 Jahre alten Tatverdächtigen Türken.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei der Tat um eine „Bestrafungsaktion“ für einen wenige Tage zuvor erfolgten Einbruch in einen mutmaßlichen „Hells Angels“-Treff handelte.

Laut Anklageschrift soll nach dem Einbruch aus Rockerkreisen eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise auf die Einbrecher ausgelobt worden sein. Daraufhin habe sich der 33 Jahre alte Angeklagte gemeldet und die Männer zu der Bar in Nippes geführt, wo sich die mutmaßlichen Einbrecher aufhalten sollten. Laut Staatsanwaltschaft sei der Mann aber davon ausgegangen, dass die Geschädigten lediglich eine „Abreibung“ erhalten sollten.

Die beiden jüngeren Angeklagten sollen dann mit weiteren, zum Teil unbekannten Mittätern gewaltsam in die Bar eingedrungen sein. Dort hätten zwei nicht in dem Prozess angeklagte Täter schließlich das Feuer eröffnet, einen Mann getötet und zwei lebensgefährlich verletzt.

Zwar hätten die beiden jüngeren Angeklagten in der Bar lediglich den Wirt und andere Gäste in Schach gehalten. Da sie aber von der geplanten Tötung gewusst hätten, müssten sie sich die Tat auch zurechnen lassen, so die Staatsanwaltschaft.

Zu Prozessbeginn am Dienstag stellten die Verteidiger der wegen Mordes angeklagten Männer Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter wegen „Vorverurteilung der Angeklagten“. In einer internen Mail soll der Richter die Tat als „vollendeten Mord“ bezeichnet haben.

(dpa)
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